Nahrungsmittelunverträglichkeiten – Das sind doch die mit der Extrawurst

Tamara ist frustriert, denn so wollte sie nie wahrgenommen werden: Als eine, die kompliziert ist und immer eine Extrawurst braucht.

Seit bei ihr durch umfassende Blut- und Stuhluntersuchungen Nahrungsmittelunverträglichkeiten festgestellt wurden, hat sich ihr Leben in vielerlei Hinsicht verändert.

Im ersten Schritt war sie unheimlich froh, endlich einen Grund für ihre Beschwerden gefunden zu haben.

Noch vor vier Wochen litt sie unter starker Migräne und heftigen Verdauungsbeschwerden.

Sie konnte die Signale ihres Körpers nicht länger ignorieren, und stellte ihre Ernährung entsprechend ihrer Laborergebnisse um.

In den ersten zwei Wochen der Umstellung war alles sehr anstrengend. Sie musste ihre gesamten Vorräte durchschauen, neue Wege im Supermarkt einschlagen und ihre Kochgewohnheiten anpassen.

Doch irgendwann war der Knoten geplatzt und plötzlich ging alles ganz leicht. Zuhause essen war überhaupt kein Problem mehr. Sie hatte sogar neue Lieblingsrezepte für sich entdeckt.

Tamara ging es zunehmend besser und das gab ihr die Motivation, langfristig durchzuhalten. Auf einmal ergab alles einen Sinn!

Doch scheinbar nur für sie. Wäre da nicht die Sache mit der unsichtbaren Extrawurst.

Mit Unverträglichkeiten leben

Die Ernährungsumstellung an sich stellt selten eine große Herausforderung dar. Wie leben erfreulicherweise in einer Zeit, in der wir leicht und schnell an gute Alternativen kommen.

Sei es durch ein schlüssiges Sortiment im Supermarkt, ein gut sortiertes Reformhaus oder den spezialisierten Internethandel.

Die wahre Hürde versteckt sich vor unserer Haustür:

In der Kantine, in der Kita, bei Freunden, im Restaurant, auf Reisen oder bei einem geselligen Essen.

Diese Situationen kommen sehr häufig und vor und es wird einem erst dann richtig bewusst, was die Ernährungsumstellung alles mit sich bringt.

Essen außer Haus kann zu einer echten Herausforderung werden. Sowohl mit den Speisen an sich, als auch mit den Reaktionen aus dem Umfeld.

Das sind die mit der Extrawurst

Menschen mit NMU kommen oft nicht darum herum, ihre Lebensmittel oder Speisen mitzunehmen:

An den Arbeitsplatz, in die Kita, in den Urlaub, ins Restaurant, zum verlängerten Wochenende, ja sogar auf die gesellige Feier.

Was wären die Alternativen?

  • Sie essen gar nichts, werden fragend angeschaut und müssen sich erklären.
  • Sie fragen explizit nach allen Zutaten, werden fragend angeschaut und müssen sich erklären.
  • Sie packen ihre mitgebrachte Lunchbox aus, werden fragend angeschaut und müssen sich erklären.

Was sind die Reaktionen?

  • Stell Dich doch nicht so an.
  • Meine Güte, wie kompliziert.
  • So ein neumodischer Quatsch – früher gab es so etwas nicht.
  • Ach, das eine Mal kann man doch wohl eine Ausnahme machen.
  • Immer diese Extrawürste.

Vielen Menschen ist die Extrawurst sehr unangenehm. Sie wünschen sich nichts sehnlicher als einfach mitzuessen oder mitzufeiern. Ganz ohne Diskussion, lange Erklärungen oder fragende Blicke.

Menschen mit Nahrungsmittelunverträglichkeiten sind keine „Sonderlinge“. Es sind Menschen, die aus unterschiedlichen Gründen diese Aufgabe im Leben gestellt bekommen und akzeptiert haben.

Was haben Menschen mit Unverträglichkeiten für Probleme?

„Unverträglichkeiten“ klingen harmlos. So ein bißchen wie ein Spleen oder eine persönliche Marotte. Doch bringen wir es auf den Punkt: Es ist alles andere als lustig.

Unverträglichkeiten können unter anderem:

  • starke Bauchschmerzen verursachen
  • heftige Migräneanfälle auslösen
  • Ekzeme verursachen, die permanent jucken
  • Durchfälle triggern die einen dazu zwingen, zuhause zu bleiben
  • depressive Verstimmungen auslösen
  • unerträgliche Gereiztheit fördern
  • Autoimmunkrankheiten verstärken
  • schlaflose Nächte bereiten
  • lähmend müde machen

Wer sich an seine Ernährungsbesonderheiten hält, macht das nicht zum Spaß. Man möchte eigentlich auch nicht als kompliziert gelten und erst recht keine Extrawurst haben.

Doch auch die Mitmenschen kann man verstehen: Unter „Ich vertrage keine Milch“ kann sich niemand wirklich etwas vorstellen. Das ist nicht greifbar.

Vielleicht wäre diese Antwort hilfreich, das Ausmaß zu beschreiben:

„Esse ich Milch oder Milchprodukte, bekomme ich kurze Zeit später Bauchkrämpfe und flüssige Durchfälle. Diese können so plötzlich kommen, das ich es kaum auf die Toilette schaffe. Ich habe meine Ernährung jetzt umgestellt und seit dem geht es mir gut.“

Was kann beim Zusammensein helfen?

Wirklich hilfreich wäre, wenn man wenig Worte verlieren muss und einfach beisammen ist.

Wenn der Tisch – und der Gastgeber – Alternativen zulässt, die nicht groß kommentiert werden. Wenn jeder das essen kann, was er magt und gut verträgt.

Toll sind auch Restaurants oder Cafés, die sich auf Intoleranzen eingestellt haben. Sie fragen nach Unverträglichkeiten und reagieren kreativ mit Alternativen auf dem Speiseplan.

Und es bereitet wirklich keine Probleme, glutenfreie Pasta statt regulärer Nudeln ins sprudelnde Wasser zu werfen. Wir sind auf einem guten Weg und es darf gerne gut weitergehen.

Auf viele nette Feiern, unbeschwerte Zusammentreffen und gemütliche Abende!

Ilka Sterebogen ist selbständige Heilpraktikerin in Limburg an der Lahn. Sie hat sich auf die Themen Frauengesundheit und Kinderwunsch spezialisiert und betreut Frauen und Paare in ihrer Praxis vor Ort sowie online in ihrem virtuellen Praxisraum. Folgen Sie ihr auf ihrer inspirierenden Facebook Seite für Frauen.

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Heilpraktikerin

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