Nahrungsmittelunverträglichkeiten – Das sind doch die mit der Extrawurst

Nahrungsmittelunverträglichkeiten – Das sind doch die mit der Extrawurst

Nahrungsmittelunverträglichkeiten – Das sind doch die mit der Extrawurst

Tamara ist frustriert, denn so wollte sie nie wahrgenommen werden: Als eine, die kompliziert ist und immer eine Extrawurst braucht.

Seit bei ihr durch umfassende Blut- und Stuhluntersuchungen Nahrungsmittelunverträglichkeiten festgestellt wurden, hat sich ihr Leben in vielerlei Hinsicht verändert.

Im ersten Schritt war sie unheimlich froh, endlich einen Grund für ihre Beschwerden gefunden zu haben.

Noch vor vier Wochen litt sie unter starker Migräne und heftigen Verdauungsbeschwerden.

Sie konnte die Signale ihres Körpers nicht länger ignorieren, und stellte ihre Ernährung entsprechend ihrer Laborergebnisse um.

In den ersten zwei Wochen der Umstellung war alles sehr anstrengend. Sie musste ihre gesamten Vorräte durchschauen, neue Wege im Supermarkt einschlagen und ihre Kochgewohnheiten anpassen.

Doch irgendwann war der Knoten geplatzt und plötzlich ging alles ganz leicht. Zuhause essen war überhaupt kein Problem mehr. Sie hatte sogar neue Lieblingsrezepte für sich entdeckt.

Tamara ging es zunehmend besser und das gab ihr die Motivation, langfristig durchzuhalten. Auf einmal ergab alles einen Sinn!

Doch scheinbar nur für sie. Wäre da nicht die Sache mit der unsichtbaren Extrawurst.

Mit Unverträglichkeiten leben

Die Ernährungsumstellung an sich stellt selten eine große Herausforderung dar. Wie leben erfreulicherweise in einer Zeit, in der wir leicht und schnell an gute Alternativen kommen.

Sei es durch ein schlüssiges Sortiment im Supermarkt, ein gut sortiertes Reformhaus oder den spezialisierten Internethandel.

Die wahre Hürde versteckt sich vor unserer Haustür:

In der Kantine, in der Kita, bei Freunden, im Restaurant, auf Reisen oder bei einem geselligen Essen.

Diese Situationen kommen sehr häufig und vor und es wird einem erst dann richtig bewusst, was die Ernährungsumstellung alles mit sich bringt.

Essen außer Haus kann zu einer echten Herausforderung werden. Sowohl mit den Speisen an sich, als auch mit den Reaktionen aus dem Umfeld.

Das sind die mit der Extrawurst

Menschen mit NMU kommen oft nicht darum herum, ihre Lebensmittel oder Speisen mitzunehmen:

An den Arbeitsplatz, in die Kita, in den Urlaub, ins Restaurant, zum verlängerten Wochenende, ja sogar auf die gesellige Feier.

Was wären die Alternativen?

  • Sie essen gar nichts, werden fragend angeschaut und müssen sich erklären.
  • Sie fragen explizit nach allen Zutaten, werden fragend angeschaut und müssen sich erklären.
  • Sie packen ihre mitgebrachte Lunchbox aus, werden fragend angeschaut und müssen sich erklären.

Was sind die Reaktionen?

  • Stell Dich doch nicht so an.
  • Meine Güte, wie kompliziert.
  • So ein neumodischer Quatsch – früher gab es so etwas nicht.
  • Ach, das eine Mal kann man doch wohl eine Ausnahme machen.
  • Immer diese Extrawürste.

Vielen Menschen ist die Extrawurst sehr unangenehm. Sie wünschen sich nichts sehnlicher als einfach mitzuessen oder mitzufeiern. Ganz ohne Diskussion, lange Erklärungen oder fragende Blicke.

Menschen mit Nahrungsmittelunverträglichkeiten sind keine „Sonderlinge“. Es sind Menschen, die aus unterschiedlichen Gründen diese Aufgabe im Leben gestellt bekommen und akzeptiert haben.

Was haben Menschen mit Unverträglichkeiten für Probleme?

„Unverträglichkeiten“ klingen harmlos. So ein bißchen wie ein Spleen oder eine persönliche Marotte. Doch bringen wir es auf den Punkt: Es ist alles andere als lustig.

Unverträglichkeiten können unter anderem:

  • starke Bauchschmerzen verursachen
  • heftige Migräneanfälle auslösen
  • Ekzeme verursachen, die permanent jucken
  • Durchfälle triggern die einen dazu zwingen, zuhause zu bleiben
  • depressive Verstimmungen auslösen
  • unerträgliche Gereiztheit fördern
  • Autoimmunkrankheiten verstärken
  • schlaflose Nächte bereiten
  • lähmend müde machen

Wer sich an seine Ernährungsbesonderheiten hält, macht das nicht zum Spaß. Man möchte eigentlich auch nicht als kompliziert gelten und erst recht keine Extrawurst haben.

Doch auch die Mitmenschen kann man verstehen: Unter „Ich vertrage keine Milch“ kann sich niemand wirklich etwas vorstellen. Das ist nicht greifbar.

Vielleicht wäre diese Antwort hilfreich, das Ausmaß zu beschreiben:

„Esse ich Milch oder Milchprodukte, bekomme ich kurze Zeit später Bauchkrämpfe und flüssige Durchfälle. Diese können so plötzlich kommen, das ich es kaum auf die Toilette schaffe. Ich habe meine Ernährung jetzt umgestellt und seit dem geht es mir gut.“

Was kann beim Zusammensein helfen?

Wirklich hilfreich wäre, wenn man wenig Worte verlieren muss und einfach beisammen ist.

Wenn der Tisch – und der Gastgeber – Alternativen zulässt, die nicht groß kommentiert werden. Wenn jeder das essen kann, was er magt und gut verträgt.

Toll sind auch Restaurants oder Cafés, die sich auf Intoleranzen eingestellt haben. Sie fragen nach Unverträglichkeiten und reagieren kreativ mit Alternativen auf dem Speiseplan.

Und es bereitet wirklich keine Probleme, glutenfreie Pasta statt regulärer Nudeln ins sprudelnde Wasser zu werfen. Wir sind auf einem guten Weg und es darf gerne gut weitergehen.

Auf viele nette Feiern, unbeschwerte Zusammentreffen und gemütliche Abende!

Ilka Sterebogen ist selbständige Heilpraktikerin in Limburg an der Lahn. Sie hat sich auf die Themen Frauengesundheit und Kinderwunsch spezialisiert und betreut Frauen und Paare in ihrer Praxis vor Ort sowie online in ihrem virtuellen Praxisraum. Folgen Sie ihr auf ihrer inspirierenden Facebook Seite für Frauen.

Müdigkeit bis zum Umfallen: 5 wissenswerte Gründe für das große Gähnen

Müdigkeit bis zum Umfallen: 5 wissenswerte Gründe für das große Gähnen

Es ist wie verhext: Deine Müdigkeit scheint wie ein Klotz an Deinem Bein zu hängen und sich auch nach intensiven Ruhephasen nicht spürbar aufzulösen.

So etwas kennst Du nicht von Dir. Früher warst Du energiegeladen, hast Freude an Bewegung gehabt, konntest Deinen Haushalt bewältigen und die kleine Mittagspause hat gereicht, um die zweite Tageshälfte gut zu überstehen.

Doch nun ist das anders. Du fühlst Dich dauererschöpft und die Müdigkeit ist Dein täglicher Begleiter.

Während Du Dich vor ein paar Wochen noch mitgeteilt hast, dass Du Dich k.o. fühlst, hältst Du heute mit Deinem Befinden hinter dem Berg. Es ist Dir vielleicht schon unangenehm, immer wieder die gleiche Antwort zu geben auf: „Hey, wie geht´s?“

Da ist es Dir schon lieber, wenn die (bei weitem noch oberflächlichere) Frage kommt: „Alles gut?!“. Da brauchst Du noch nicht einmal zu reagieren.

Die Gründe

Die Gründe für eine Müdigkeit können sehr vielfältig sein.

Wir lassen an dieser Stelle bewusst den akuten Schlafmangel frisch gebackener Eltern oder die Schichtarbeit der engagierten Angestellten im Gesundheits- oder Polizeidienst beiseite. Die Gründe für Müdigkeit und Erschöpfung liegen klar auf der Hand.

Hier hilft nur Geduld, bis die Kinder älter werden und für Alle das Nutzen jeder erdenklichen Pause.

Natürlich können auch Vitamin- und Nährstoffmängel für das große Gähnen verantwortlich sein. Ebenso ein akuter aber auch unterschwelliger Eisenmangel sowie eine Schilddrüsenunterfunktion.

Das lässt sich relativ einfach durch eine Blutuntersuchung feststellen und anhand des Ergebnisses gezielt beheben.

In der Regel kommt die Vitalität recht zügig zurück und die Müdigkeit ist überstanden.

5 weitere Gründe

Haben die oben genannten Untersuchungsoptionen keine Ergebnisse gebracht, sollte weiter geforscht werden. Oftmals ergeben sich aus einer gründlichen Anamnese die ersten Hinweise auf mögliche Ursachen.

Der Bericht meiner Patientinnen ist mir besonders wichtig: Ungefilterte Beschreibungen der Entstehungsgeschichte und des Verlaufs sind – richtig kombiniert und verknüpft – Gold wert für eine effektive Zusammenarbeit.

Grund 1: Nahrungsmittelunverträglichkeiten

Viele Menschen verbinden mit einer Nahrungsmittelunverträglichkeit (NMU) Bauchschmerzen und Durchfall.

Doch das ist bei weitem nicht so. Symptome einer NMU können unter anderem sein: Verstopfung, Kopfschmerzen, Bluthochdruck, Übergewicht, Juckreiz und: Müdigkeit.

Eine Untersuchung, ob Du unter einer oder mehreren NMU leidest, lässt sich mit einer Blutuntersuchung herausfinden. Für Jugendliche und Erwachsene wird Blut aus der Vene genommen und für Kinder/Babies steht ein Test zur Verfügung, der mit einem kleinen Pieks in die Fingerbeere auskommt.

Sobald das Ergebnis da ist, kannst Du mit der Ernährungsumstellung starten und spüren, wie die Müdigkeit peu-à-peu verfliegt.

Grund 2: Depressive Verstimmungen

Depressive Verstimmungen werden oft (vor sich selbst) verharmlost. Sie sind ja schliesslich keine ausgewachsene Depression, bei der man handlungsunfähig wird und anerkannt krank ist.

Depressive Verstimmungen können jede Frau irgendwann im Leben treffen. Sie ziehen einen herunter, machen traurige Gedanken, mutlos und: müde.

In der Regel können betroffene Frauen einen Zusammenhang wahrnehmen. Sei es eine Krankheit, Ärger im Privat- oder Berufsleben oder ein Verlusterlebnis.

Diese Phase kann ein paar Wochen andauern. Hier und da zeigen sich aber auch positive Aspekte und sei es nur für kurze Momente (ein schöner Spaziergang, das angenehme Sonnenlicht, ein köstliches Essen oder eine nette Radtour).

Depressive Verstimmungen können erschöpfen und müde machen. Frage Dich in diesen Momenten, ob es etwas gibt, was Dir auf der Seele liegt.

Es ist durchaus möglich, dass Dir aus diesem Grund sämtliche Energie abhanden kommt und Dir im übertragenen Sinn „der Stecker gezogen“ wurde.

Ein gutes Gespräch mit einer Freundin die aktiv zuhören kann, oder eine professionelle Beratung können schnell Entlastung bringen.

Oftmals helfen begleitend auch pflanzliche Mittel aus der Phytotherapie. Sie enthalten messbare Wirkstoffe, machen nicht abhängig und sind in der Wirkung vergleichbar mit einem Antidepressivum (für leichte bis mittelschwere Verstimmungen).

Grund 3: Ein Virus

Fragst Du Dich gerade: „Wie kann denn ein Virus so müde machen?“.

Dabei kommt einem natürlich als erstes der Gedanke an einen grippalen Infekt mit Husten, Schnupfen, Kopf- und Gliederschmerzen. Hierbei handelt es sich zum Beispiel um Schnupfenviren, die nach einigen Tagen überwunden werden und anschliessend keine Beschwerden mehr machen.

Es gibt aber noch andere Viren. Viren, die sich gut tarnen können.

Sie leben in unseren Zellen (man nennt das „zellständig“), und das ein Menschenleben lang. Diese Viren haben ein großes Repertoire an Symptomen und können, sofern nachgewiesen, für viele Symptome verantwortlich sein.

Unser Immunsystem kommt in der Regel gut mit dem Virus zurecht. Diese speziellen Art von Viren werden nicht eliminiert, sie werden kontrolliert.

Doch es gibt Situationen, da entzieht sich so ein Virus der Kontrolle. Es ist aufgrund seiner hoch entwickelten Stufe in der Lage, das Immunsystem zu manipulieren.

Es kann ausbremsen, Störmanöver senden und die Sprache des Immunsystems sprechen. Als Folge können die verschiedensten Probleme entstehen. Ein Leitsymptom kann sein: Müdigkeit.

Wenn bei Dir alles untersucht wurde und bisher keine Erklärung für Deine bleierne Müdigkeit gefunden wurde, dann forsche nach dem Virus.

Tipp ♥ Dieses Virus gehört zu den großen Verdächtigen: das Epstein-Barr-Virus.

Manche Menschen wissen, dass sie schon mal am Pfeifferschen Drüsenfieber erkrankt sind. Viele Menschen sind jedoch mit dem Virus infiziert, ohne jemals Symptome gehabt zu haben.

Es gibt Zeiten und Situationen, die eine Aktivierung des Virus begünstigen: körperlicher und emotionaler Stress, Impfungen, Erkrankungen, Tätowierungen, Operationen, Traumata.

Auch hier bringt eine Blutuntersuchung Klarheit. Idealerweise erfolgt die Untersuchung zusammen mit einem Immunstatus. So kann man sehen, in welcher Form das Immunsystem zu unterstützen ist, damit es das Virus wieder unter Kontrolle bekommt.

Je nach Ergebnis haben wir mit der Mikroimmuntherapie (MIT) ein wunderbares Therapeutikum für das Immunsystem und im Speziellen auch für das Virus.

Tipp ♥ Diesen Blogartikel habe ich für meine Kinderwunschinteressentinnen geschrieben. Hier geht es auch um Viren: Natürliche Killerzellen: Wenn eine Erhöhung die Einnistung erschwert

Grund 4: Stress

Es hält sich hartnäckig: die sinnlose Unterscheidung zwischen „positivem“ und „negativem“ Stress.

Unser Körper muss immer in der gleichen Art und Weise mit Botenstoffen auf Stress reagieren. Unabhängig von der Stressart, unabhängig von „positiv“ oder „negativ“.

So kann zum Beispiel auch der heißgeliebte Sport („Ohne Sport kann ich nicht leben“) zum erschöpfenden Stressfaktor werden. Ebenso die zahlreichen Freizeitaktivitäten (die im Grunde Spass machen) von Montag bis Sonntag.

Je länger die Stress-Situation anhält, desto mehr werden unsere Ressourcen verbraucht. Es ist kein Kavaliers-Delikt, sich über einen langen Zeitraum auszupowern. Gerade wir Frauen neigen dazu zu sagen:

„Es geht ja noch!“

Eine Zeit lang kann der Körper mit seinem Stress-Management das Tempo halten. Irgendwann beginnt er, die Reserven anzuknabbern. Wenn spätestens jetzt keine Erholungspause in die Waagschale geworfen wird, geht das rote Lämpchen an.

Wer bereits in der großen Müdigkeit angekommen ist, hat seine Grenzen überschritten. Es ist ein Alarmsignal des Körpers und der große Hilferuf nach Erholung. Wer nun noch weiter macht läuft Gefahr, ganz aus dem Rennen geworfen zu werden.

In meiner Sprechstunde empfehle ich Frauen gerne, eine Kur in Anspruch zu nehmen. Entweder als Mutter-Kind-Kur oder (wer etwas ältere Kinder hat) eine Mütter-Kur. Es ist wichtig, für einen Moment aus dem Hamsterrad auszusteigen und Abstand zu gewinnen.

Bitte geh nicht sofort in die Abwehrhaltung und sage: „Das geht bei mir nicht!“

Bestimmt fallen Dir einige Gründe ein, die dagegen sprechen. Ja, die gibt es auch – aber sie sind lösbar und planbar. Ich habe es selbst erlebt. Alle Widerstände durften sich auflösen und ich konnte endlich nachhaltig etwas für mich und meine Gesundheit tun. Das wünsche ich Dir, ganz solidarisch, auch!

Begleitend helfen in Stress-Situationen Vitamin-Kombinationen (allen voran die B-Vitamine), Phytotherapeutika und Pflanzenextrakte (z.B. Rhodiola rosea).

Grund 5: Herdgeschehen (Bakterien)

Man sieht sie nicht – man hört sie nicht.

Bakterien gehören zu uns wie Viren und Pilze. Doch manchmal nehmen krankmachende Keime so zu, dass sie unserem Immunsystem und unserem Wohlbefinden spürbar zusetzen.

Häufige Beispiele sind chronische Nasennebenhöhlen-Entzündungen, chronische Mandelentzündungen, Zahn- und Zahnfleischprobleme, Darm- und Blinddarmbeschwerden.

Dabei muss es sich nicht um hochakute Geschehen handeln: die dauerhafte, unterschwellige Belastung ist als mindestens genau so wichtig einzustufen.

Auch hier hat der Körper über einen langen Zeitraum geschafft, sich mit dem stetigen Bakterienstrom auseinander zu setzen. Doch wenn dauerhaft Nachschub kommt, ist irgendwann das System erschöpft.

Wir spüren das unter anderem in Kraftlosigkeit und Müdigkeit.

Die Behandlung eines Herdgeschehens, bei dem ständig Bakterien in den Kreislauf abgegeben werden, hat Vorrang vor anderen Therapien. Wird dies nicht beherzigt, verlaufen alternative Behandlungsansätze unter Umständen unbefriedigend oder greifen gar nicht.

Das bedeutet Verluste an: Energie, Zuversicht, Motivation, Zeit und Geld.

Tipp ♥ Mein beliebter Artikel Mandel-OP mit Ende 40 hat erfreulicherweise sehr viele Klicks erhalten. Hier geht es um das Herdgeschehen, wie Bakterien einem zu schaffen machen können und was letztendlich geholfen hat.

lka Sterebogen ist selbständige Heilpraktikerin in Limburg an der Lahn. Sie hat sich auf die Themen Frauengesundheit und Kinderwunsch spezialisiert und betreut Frauen und Paare in ihrer Praxis vor Ort sowie online in ihrem virtuellen Praxisraum. Folgen Sie ihr auf ihrer inspirierenden Facebook Seite für Frauen.

Mandel-OP mit Ende 40: Mein persönlicher Erfahrungsbericht

Mandel-OP mit Ende 40: Mein persönlicher Erfahrungsbericht

Mandel-OP mit Ende 40: Mein persönlicher Erfahrungsbericht

 

Ich habe wirklich alles versucht, was möglich war. Von schulmedizinischen Maßnahmen bis hin zu dem gesamten Repertoire an naturheilkundlichen Möglichkeiten war alles dabei. Und das war nicht wenig, denn als Heilpraktikerin stehen mir einige tiefgreifende Ansatzpunkte zur Verfügung, die alle ihre Berechtigung haben und oftmals auch den gewünschten Erfolg bringen.

Doch irgendwann kam der Punkt, an dem ich erkennen musste: Es hilft zwar ein wenig, aber nicht genug. Ich habe einen „Herd“ im Körper, der zunehmend Unsinn anstellt und alle anderen Therapien komplett blockiert.

Zu „Herden“ – einer chronischen Entzündung – kann im Grunde alles im Körper werden. Folgende „Kandidaten“ sind jedoch besonders beliebt: Zähne, Mandeln (Tonsillen), Darm und Nasennebenhöhlen.

Dabei müssen sie nicht offensichtlich mit Feuer um sich schießen: sie können auch leise und still vor sich hin arbeiten („silent inflammation“) und den gesamten Organismus erheblich und ernst zu nehmend schwächen.

„Herde“ fluten den Organismus 365/24/7 mit Entzündungsbotschaften, Immunkomplexen (immunologisch relevante Störfaktoren) und Stoffwechsel-Abfallprodukten.

Der Körper schafft es eine ganze Weile, das Geschehen in Schach zu halten. Doch irgendwann kann das Faß überlaufen.

„Ihre Mandeln müssen raus“

Meine sehr geschätzte Hals-Nasen-Ohren-Ärztin empfahl mir nach einer eingehenden Untersuchung das gleiche, wie die sehr erfahrene und kompetente Klinik-Ärztin im Vorgespräch: „Ihre Mandeln müssen raus“.

Nach außen hin sahen meine Mandeln eigentlich recht passabel aus: keine Halsschmerzen, keine sichtbaren Entzündungen, kein Eiter, keine Mandelsteine. Doch die Experten wissen: Manchmal kann man erst unter der OP erkennen, wie es wirklich um diese ursprünglich wichtigen Abwehrstationen steht.

Die dazugehörigen Blutwerte (z.B. ein hoher ASL-Titer, das steht für Antistreptolysin-Titer) sowie vorhandene, Symptome (z.B. Probleme mit der Haut, den Nieren, dem Herzen, den Gelenken) können entscheidende Hinweise darauf geben, dass die Mandeln der Ursprung der Beschwerden sein könnten.

Horror-Geschichten

Eine Mandel-Op ist nicht lustig und jeder, den ich nun fragte, erzählte mir Horrorgeschichten in unterschiedlichen Ausmaßen. Von unsäglichen Schmerzen, großem Gewichtsverlust durch Nicht-Essen-Können, schlimmsten Gerüchen aus und im Mund bis hin zu den, unter Umständen zum Tode führenden, „Nachblutungen“ war alles dabei.

Mein Entschluß stand fest und ich hatte – wie schon zu einem anderen Zeitpunkt im Leben – einen Plan geschmiedet: Mandeln herausoperieren lassen, Nachsorge ernst nehmen und gründlich naturheilkundlich wieder aufbauen.

Mit der OP musste ich eine dreiwöchige Auszeit einplanen. Erwachsene stecken es nicht so schnell weg, sagte man mir. Die Kinder auf der Station laufen schon wenige Stunden später munter herum – als reiferer Mensch könne es schon mal erheblich länger dauern, bis man wieder voll belastbar wäre.

Die Mandel-OP

Ich hatte keine Angst, es war mehr Unwohlsein vor dem Unbekannten. Schon im Bett liegend fuhr man mich vor die OP-Schleuse. Die Warteminuten (ich war alleine) nutzte ich, um meine Akte unter dem Kissen heraus zu fischen. Ich wollte meine Blutwerte wissen und meine Gerinnungswerte überprüfen.

Ich kann nicht aus meiner Haut raus – auch als Patientin nicht.

Mandel-Op: Es geht los!

Im OP plauderte man noch sehr nett mit mir, checkte zum dritten Mal warum ich da war, pustete mir herrlich warme Luft unter meine Abdeckung und – schwupps – war ich im angenehmen Narkose-Land.

Nach der OP

Ich bekam keine Luft. Irgendwie wollte mein Zäpfchen im Rachen nicht das, was ich wollte. Sofort kümmerte man sich um mich: Das sei normal, ich ersticke nicht, ich hätte Blut unter der OP geschluckt, alles sei gut.

Die operierende Ärztin kam zu mir und sagte: „Diese OP war alles andere als medizinisch überflüssig und definitiv keine Luxus-OP. Ihre Mandeln waren total vergammelt und kamen mir beim Herausschälen schon zerfasert entgegen. Sie werden von der OP profitieren.“ Das waren sehr klare Worte.

Auf der Station

Ich war deutlich in der Unterzahl auf der Station – eigentlich war ich sogar die einzige Frau, die eine Mandel-OP (im Fachjargon „TE“ für Tonsillektomie) hinter sich hatte. Alle anderen Frauen wurden an und in der Nase operiert.

Dafür war ich die Einzige mit dem „all-you-can-eat“ Eis-Bändchen am Arm. Ich durfte, so oft ich wollte, zum Eisschrank gehen. Das war sehr nett und äußerst lecker (meiner Nasen-Bettnachbarin habe ich natürlich auch ein Eis mitgebracht).

Mandel OP: Eis essen soviel man möchte

Glutenfrei im Krankenhaus – geht das?

Ein großes Lob an dieser Stelle an das Krankenhaus: Ich bekam problemlos glutenfreies Essen, damit hatte ich gar nicht gerechnet. Daher hatte ich mir mein Essen heimlich mitgebracht. Aber sogar das Eis war glutenfrei und somit hatte ich zwar einen kurzen, dafür aber problemlosen Krankenhausaufenthalt.

Mandel OP: glutenfreie Schmuggelware

Den überwiegenden Teil meiner eingeschmuggelten Lebensmittel habe ich wieder mit nach Hause genommen.

Zuhause

Inzwischen wird man trotz anhaltender Nachblutungsgefahr schon sehr früh aus dem Krankenhaus entlassen. Nach 3 Tagen war ich wieder zuhause. Sich schonen ist das oberste Gebot, denn sonst könnte die Wunde/der Schorf platzen und dann handelt es sich eventuell schnell um einen Notfall.

Da man eine Entscheidung zur OP selten ad hoc fällen muss, kann und sollte man für Zuhause alles entsprechend einplanen und organisieren. Dann klappt es mit dem Ausruhen und dem „Mama-Off-Modus“ sehr gut.

Die Schmerzen

Wir brauchen nicht um den heißen Brei reden: es sind richtige Schmerzen. Alles andere wäre gelogen.

Wer klug ist, hält sich an die Empfehlungen des Arztes und führt ein Schmerzmittel-Management. Ich habe mir Tag und Nacht aufgeschrieben, was ich wann und in welcher Dosis eingenommen habe und wann die nächste Portion an der Reihe ist. Das hätte ich mir niemals merken können.

Die Mengen sind sehr hoch angesetzt, doch das ist bewusst so empfohlen. Denn der Schmerz dahinter ist nicht zu unterschätzen. Hält man sich an die Empfehlungen, die Dosierungen und die Zeitpunkte, kann man die Zeit der Wundheilung auch recht gut aushalten.

So manches mal verloren sind die vermeintlichen Helden, die sagen: „Wollen wir doch mal sehen, wie es ohne geht. Ein Indianer kennt schließlich keinen Schmerz“.

Der Gewichtsverlust

Irgendetwas musste ich falsch verstanden haben. Alle redeten davon, wie viel Gewicht sie in der Zeit verloren hatten. Auch der OP-Helfer schmetterte mir ein fröhliches: „Sie werden 5 kg abnehmen!“ hinterher.

Schlecht fand ich diese „Nebenwirkung“ nicht.

Um es vorweg zu nehmen: Ich habe kein einziges Gramm Gewicht verloren. Ich weiss aber auch, woran es lag.

Die Ärztin predigte mir mehrfach: „Sie müssen essen! Nur mit der regelmäßigen Nahrungsaufnahmen kann der sich bildendende Wund-Schorf vorsichtig abgetragen werden und die Wunde besser heilen.“ Das wollte ich natürlich unbedingt unterstützen.

Also aß ich. Tag und Nacht. Immer ein kleines Portiönchen, wenn meine Tabletten oder die Tropfen wieder dran waren. Schließlich sollte auch der Magen nicht so in Mitleidenschaft gezogen werden. Ich hatte mir dazu glutenfreies Gebäck, Brot und Babybrei mit ins Krankenhaus geschmuggelt.

Ich glaube ich bin die Einzige, die im Erwachsenenalter die Mandeln heraus bekam und NICHT abgenommen hat. Schade eigentlich, aber dafür hatte ich ein sehr gute Wundheilung. 🙂

Wie es mir heute geht

Die Verbesserung kam, nach dem ich die Schmerzmittel komplett abgesetzt hatte. Ganz langsam, aber deutlich erkennbar, ging es stetig bergauf. Man darf keine Wunder über Nacht erwarten, sehr wohl aber eine spürbare Tendenz.

Heute, 8 Monate später, bin ich überfroh, diese Entscheidung getroffen zu haben. Ich hätte es schon viel eher machen sollen (das kann man ja im Nachhinein immer leicht sagen).

Update nach über 2 Jahren: Mir geht es sehr gut und mein Körper ist so dankbar, diesen Herd nicht mehr aushalten zu müssen. In meiner Praxis berate ich regelmäßig Frauen, denen eine OP angeraten ist oder auch Frauen, die sich gegen eine OP sträuben. Auch die  Nachsorge begleite ich laborgestützt mit naturheilkundlicher Medizin.

Naturheilkunde im Anschluss

Naturheilkundlich habe ich im Anschluss auf immunologischer Ebene mit der Mikroimmuntherapie gearbeitet, ein für mich passendes Ausleitungsprogramm gewählt (Ausschleusen von Immunkomplexen und Abfallprodukte aus immunologischen Reaktionen, Schmerzmiteln, Narkose), eine Darmsanierung durchgeführt und anschliessend das Immunsystem im Ganzen gestärkt.

Tipp: Nach ein paar Monaten sollter der ASL-Titer erneut geprüft werden. Sinkt er deutlich ab: prima. Bleibt der ASL-Titer hoch, bleibt ein immunologisches Risiko bestehen. Sie sollten handeln und einen Therapeuten aufsuchen.

Funde im Internet

Diese Seiten finde ich für erste Informationen – und ein wenig Unterhaltung – gelungen und empfehlenswert:

Dr. jur. Christian Brechtel Mandelentfernung – Alles rund um die Mandelentfernung

Benjamin Scholz via Youtube Mandel OP: Meine Tonsillektomie

Fazit

Herdgeschehen sind nicht auf die leichte Schulter zu nehmen. Sie können, neben den offensichtlichen Beschwerden, einen enormen immunologischen Einfluss nehmen. Eine medizinische und/oder naturheilkundliche Behandlung lohnt sich und ist anzuraten.

Egal, wie alt man ist oder wie lange man schon Symptome hat.

Ich möchte Mut machen, dieses Thema anzugehen und sich auch die entsprechende Zeit zur Genesung einzuräumen. Es braucht etwas Zeit, aber der kontinuierliche Fortschritt schenkt Motivation und stärkt das Durchhaltevermögen.

Ich bleibe meiner Überzeugung treu: Die Kombination von Schulmedizin und Naturheilkunde kann eine wunderbare Einheit bilden und wird weiterhin eine tragende Säule meiner Arbeit bleiben.

Ich wünsche Dir nun alles Gute und ganz viel Erfolg bei Deiner Herd-Behandlung. Bei Fragen bin ich immer für Dich da.

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Glutenfrei reisen: Cote d’Azur Suedfrankreich

Glutenfrei reisen: Cote d’Azur Suedfrankreich

Glutenfrei reisen: Cote d’Azur Suedfrankreich

Wer glutenfrei unterwegs ist, weiß: Jede glutenfreie Reise ist eine kleine Herausforderung.

Schon bei der Planung wird das Maximum an Informationen aus dem Netz herausgefischt, wie es am Urlaubsort hinsichtlich der Ernährungsbesonderheit aussieht.

Man möchte unbedingt die Beschwerden vermeiden, die einem die schönsten Wochen im Jahr vermiesen können.

Auch ich recherchiere, denn bei meiner ersten Reise nach Südfrankreich waren Ernährungsbesonderheiten noch kein Thema für mich.

Interessant sind insbesondere Supermärkte und deren glutenfreie Angebote. Wir versorgen uns gerne selber und kehren unterwegs nach Lust und Laune in einem Café oder Restaurant ein.

Detaillierte Infos zu Produkten und Angeboten der Supermärkte oder Restaurants habe ich leider nicht gefunden. Somit mussten meine Reisevorbereitungen entsprechend geändert werden.

Reisevorbereitungen

Für alle Fälle habe ich mein glutenfreies Lieblingsbrot von meinem Bäckermeister eingepackt. Thomas Kaufmann ist glutenfrei-Profi. Er backt auf Bestellung und hat speziell für Reisende das Frischebrot in der Dose im Sortiment. Ein paar Packungen glutenfreie Pasta und Reismilch kamen ebenfalls mit ins Gepäck.

Einkaufen vor Ort

In Südfrankreich gibt es die großen Ketten wie zum Beispiel Géant Casino, Carrefour und E.Leclerc. Alle drei haben extra Regale mit glutenfreien Waren und abgepacktem Brot.

Glutenfreie Pasta (zum Beispiel von Barilla) ist überall erhältlich und auch einige Cents günstiger als bei uns in Deutschland (z.B. Euro 1,94 statt Euro 2,49 für 400g).

Zusätzlich gibt es auch alternative Produkte wie glutenfreie Eigenmarken (Pasta für Euro 1,49 bei 500g), die noch günstiger sind, gute Kocheigenschaften haben und prima schmecken.

Frühstücksflocken,fertige Müslis, Pflanzenmilch, kleine glutenfreie Küchlein (Madeleins) oder Pseudogetreide wie Amaranth oder Quinoa sind ebenfalls in gut sortierten Supermärkten im Sortiment.

Im Restaurant

Wer in Südfrankreich Essen gehen möchte, kann entspannt genießen. Die südfranzösische Küche bietet viele köstliche Gerichte, die natürlich glutenfrei sind: frischer Fisch, Salate, Fleisch, Gemüse (z.B. Ratatouille), Meeresfrüchte, Kartoffel- und Reisgerichte.

In jedem Restaurant oder Café bekommt man sehr freundlich Auskunft, wenn man nach „sans gluten“ fragt. Das gilt auch für eine Laktose-/Milchunverträglichkeit sowie alle anderen unverträglichen Lebensmitteln oder Zutaten.

Persönlicher Tipp für einen Zwischenstopp

Wer auf seiner Autofahrt nach Südfrankreich eine Übernachtung einplanen möchte, dem empfehle ich kurz hinter der Schweizer Grenze das Hotel Ibis Styles in Aix-les-Bains (Frankreich). Es ist ein sehr nettes, nur ein wenig in die Jahre gekommenes, familienfreundliches Hotel. Problemloses Parken plus Pool bieten eine angenehme Rast.

Morgens gibt es ein sehr schmackhaftes Frühstücksbuffet (ab 6:00 Uhr) und man bekommt kleine glutenfreie Brötchen knusprig warm aufgebacken.

Wer Küchlein mag, freut sich über leckere Madeleines (auch für Zöliakie-Patienten geeignet, da die Kontamination durch die Umverpackung des einzelnen Produkts ausgeschlossen wird).

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Abends bietet das Mercure Hotel nebenan in seinem Restaurant ein gutes Abendessen an. Das Personal berät sehr nett und die Karte ist auf französisch und englisch gestaltet.

Die Kids-Menüs sind prima, und für den erwachsenen Geschmack ist für jeden etwas dabei.

Der Ton macht la musique

Wer als Gast nach Südfrankreich kommt und sich Mühe gibt ein klein wenig französisch zu sprechen, erlebt die unkomplizierte Gastfreundschaft und Freundlichkeit der Einwohner.

Ob im Supermarkt, Restaurant, Geschäft oder an der Strandbar:

Eine höfliche Frage und ein „merci beaucoup“ öffnet alle Türen für einen unbeschwerten und unproblematischen Urlaub mit Nahrungsmittelunverträglichkeiten. Bon appétit!

lka Sterebogen ist selbständige Heilpraktikerin in Limburg an der Lahn. Sie hat sich auf die Themen Frauengesundheit und Kinderwunsch spezialisiert und betreut Frauen und Paare in ihrer Praxis vor Ort sowie online in ihrem virtuellen Praxisraum. Folgen Sie ihr auf ihrer inspirierenden Facebook Seite für Frauen.

Weihrauch ist ein himmlisches Geschenk

Weihrauch ist ein himmlisches Geschenk

Obwohl mir sehr weihnachtlich ums Herz ist, werde ich Dir heute nichts über die drei Weisen aus dem Morgenland erzählen, die dem Jesuskind Gold, Weihrauch und Myrrhe mitgebracht haben.

Vielleicht denkst Du bei Weihrauch ja auch an religiöse Riten, kultische Zwecke oder Räucherstäbchen aus den 80ern? Oder Du hast schon beim Lesen dieses Artikels den Geruch in der Nase, der Dich an Deine weihnachtliche Kindheit erinnert und den viel zu langen Kirchenbesuch (obwohl Du lieber Geschenke auspacken wolltest)?

Heute schätze ich die Heilkraft des Weihrauchs wert – seine balsamisches Geschenk für Körper und Seele. Und ich finde, das passt sehr gut in diese Zeit.

Die kompakten Infos

Der Weihrauchbaum gehört zur Familie der Balsambaumgewächse und wächst wild auf steinigen, trockenen Böden (Afrika, Arabien, Indien). Durch Anritzen des Baumes tritt das Harz aus und trocknet an der Luft. Die Ölgewinnung entsteht durch Wasserdampfdestillation aus dem Harz.

Medizinische Bedeutung haben sowohl das Harz als auch das ätherische Öl.

Seit langem ist das Harz und das balsamische Öl in der klassischen europäischen Naturheilkunde bekannt und erfreulicherweise auch in der modernen Medizin angekommen. Medizinisch besonders geschätzt werden die im Harz enthaltenen Boswelliasäuren.

Was können Boswelliasäuren?

Boswelliasäuren greifen in Entzündungsprozesse ein. Das macht sie besonders wertvoll für viele Entzündungsprozesse im Körper, wovon einige Erkrankungen auch von der modernen Weihrauchforschung begleitet wurden.

Boswelliasäuren werden sowohl bei chronischen als auch akuten Entzündungen begleitend eingesetzt.

Die Wirksubstanzen von Weihrauch hemmen bestimmte Enzyme, die von einem (chronisch) entzündeten Gewebe freigesetzt werden. So werden die Entzündungsreaktionen spürbar verringert, was sich positiv auf den Krankheitsverlauf auswirkt.

Bei welchen Erkrankungen kann man Weihrauch therapeutisch einsetzen (Auswahl)?

  • Rheumatische Arthritis
  • chronische Gelenksentzündungen
  • Schuppenflechte
  • Neurodermitis
  • Asthma
  • Morbus Crohn
  • Colitis Ulcerosa
  • Wundheilungsstörung

Untersucht wird derzeit der begleitende Einsatz bei Krebserkrankungen. Der Ansatz beruht auf der Annahme, das bestimmte Inhaltsstoffe des Weihrauchs die Apoptose (den erforderlichen programmierten, gesteuerten Zelltod) unterstützen können.

Wirkt Weihrauch auf die Psyche?

Weihrauch hat eine starke Wirkung auf die Psyche. Die Inhaltsstoffe des ätherischen Öls wirken tief entspannend bei Nervosität, Ängsten, Erschöpfung, depressiven Verstimmungen und Alpträumen.

Hinweis: Wenn Du das Gefühl hast in Deinen Grundfesten nicht stabil zu sein, taste Dich behutsam an das ätherische Öl heran. Teste es zunächst vorsichtig durch Schnuppern. Spätere Anwendungen sollten immer verdünnt sein (zum Beispiel eingearbeitet in eine Körperlotion, Creme oder Hautöl).

Welche Weihrauch-Produkte gibt es?

Die Zulassung als Medikament ist in Deutschland noch nicht abgeschlossen. Daher müssen Therapeuten auf „Nahrungsergänzungsmittel“ zurückgreifen. Je besser die Qualität, desto höher ist auch der Preis des Produktes. Eine sehr gute Qualität, die auch dem Arzneimittelbuch entspricht, sollte selbstverständlich sein.

Zur Verfügung stehen derzeit Kapseln, Salben, Cremes und das ätherische Öl. Sehr hochwertige Produkte werden untersucht auf Schwermetalle, Lösungsmittelrückstände und den Mindestgehalt an Boswelliasäuren.

Vertrauenswürdige Lieferanten sind zum Beispiel das Kräuterhaus Sanct Bernhard oder die Heidelberg Apotheke aus Bisingen. Hier gibt es eine empfehlenswerte Sammlung an Fragen und Antworten zu den Einnahme- und Dosierungsempfehlungen.

Tipp

Bei Ekzemen, Neurodermitis oder Schuppenflechte kannst Du diese Mischung für Dich ausprobieren. Sie ist ganz leicht selbst herzustellen (Dosierung gilt für Erwachsene):

  • 50 ml Jojobaöl
  • 15 – 20 Tropfen ätherisches Weihrauchöl (Bio, 100% naturrein, mit Herkunfts- und Chargenbezeichnung) – hier kannst Du Dich langsam an Deine Wohlfühldosierung herantasten
  • In eine Braunglasflasche füllen und sanft schwenken
  • Nach dem Waschen eine kleine Portion auf die noch leicht feuchte Haut auftragen und einziehen lassen

Fazit

Therapiebegleitend ist Weihrauch ein echtes Geschenk der Natur und die jahrtausend alte Erfahungsmedizin zeigt wohltuende Erfolge, die zunehmend auch medizinisch belegt werden können.

Wer unter chronischen Entzündungen leidet, sollte sich immer auf die Suche nach dem Auslöser machen. Wusstest Du, dass auch Viren und Bakterien als Ursache für Deine Beschwerden in Frage kommen? In meiner Praxis für Frauengesundheit gehe ich mit Dir auf die Suche.

Begleitend kann der Weihrauch sein volles Potenzial entfalten und Dir seine ganze Kraft schenken.

Ich wünsche Dir alles Gute und wunderbare Erfahrungen mit diesem kostbaren Gesundheitsgeschenk.

lka Sterebogen ist selbständige Heilpraktikerin in Limburg an der Lahn. Sie hat sich auf die Themen Frauengesundheit und Kinderwunsch spezialisiert und betreut Frauen und Paare in ihrer Praxis vor Ort sowie online in ihrem virtuellen Praxisraum. Folgen Sie ihr auf ihrer inspirierenden Facebook Seite für Frauen.

Neurodermitis – Mittel & Wege Teil 3

Neurodermitis – Mittel & Wege Teil 3

Im dritten und letzten Teil der Neurodermitis-Reihe möchte ich Dir eine Menge Tipps aus meiner Schatzkiste mit auf den Weg geben.

In Teil 3 zeige ich Dir, an welchen Stellschrauben Du schon jetzt für mehr Wohlbefinden drehen kannst und welche Therapien oder Untersuchungen für Dich noch in Frage kommen könnten.

Vielleicht ergänzen oder unterstützen sie Deine bisherigen Bemühungen oder erweitern den mitlesenden Therapeuten sinnvoll das Therapiespektrum zur Behandlung von Haut-Patienten.

Ich konnte es mir übrigens nicht verkneifen, noch die Top 3 der am wenigsten hilfreichen Aussagen zur Neurodermitis zusammenzustellen. Lies selbst – ich bin gespannt, ob Du sie auch kennst. 😉

Die Neurodermitis-Schatzkiste:

  • ERNÄHRUNG: Ich habe es schon in meinen anderen beiden Beiträgen geschrieben. Es gibt keine allgemeingültige Ernährungsempfehlung oder gar Neurodermitis-Diät. Sinnvoll ist es zu schauen, welche Allergien oder Unverträglichkeiten vorliegen. Entsprechend der Laborergebnisse kannst Du nun Ruhe in Deinen Körper und Darm bringen, was sich positiv auf Deine Haut auswirken wird.
  • MINERALSTOFFE: Es ist wirklich hoch interessant zu schauen, wie es um die eigene Mineralstoffversorgung bestellt ist. Selbst wenn man sich gut ausgewogen ernährt, kann es sein, dass es einen Mangel oder einen Überschuss gibt. Das kann zum Beispiel durch Stress, Schlafstörungen, Medikamente, Stimulantien oder Verdauungsstörungen der Fall sein. Frag Deinen Behandler nach einer Vollblutmineralanalyse. Je nach Ergebnis können nun die Speicher wieder aufgefüllt werden.
  • VITAMIN D3: Vitamin D3 ist kein Vitamin sondern eine Hormonvorstufe. Es ist wie eine Art Zentralschalter für viele Vorgänge im Körper zu verstehen. Es wurde nachgewiesen, dass Vitamin D3 die Fähigkeit der Haut Feuchtigkeit zu speichern maßgeblich unterstützt. Nachdem Du einen Bluttest gemacht hast, kann der Vitamin D3 Spiegel mit für Dich passenden Präparaten aufgesättigt werden. Bitte Hilfsstoffe beachten: es gibt auch Präparate auf Erdnussöl-Basis, die für Allergiker sehr häufig problematisch sind.
  • VITAMIN B12: Dieses Vitamin tut der Haut gut und wird auch in Cremes verarbeitet oder eingearbeitet. Du kannst es aber auch spritzen lassen oder als Nahrungsergänzung einnehmen (sofern Dein Körper einen Mangel aufweist).
  • CORTISOL (körpereigenes): Wenn wir es schaffen, die körpereigene Cortisol-Ausschüttung ausgeglichen zu halten, haben wir auch mehr von diesem wunderbaren Hormon zur Verfügung. Wir werden stressresistenter, leistungsfähiger, schlafen besser, sind gelassener und davon profitiert die Haut sehr. Ein gutes Präparat ist zum Beispiel: Rhodiolan Plus von der Firma Loges.
  • EIGENBLUT homöopathisch: Eine Therapie, die seit vielen Jahrzehnten einen Platz in der Naturheilkunde hat. Bei Neurodermitikern muss man sehr behutsam an die Eigenblutbehandlung gehen. In der richtigen Dosierung ist diese Therapie sehr wirksam, umstimmend und stabilisierend. Am besten in der schubfreien Zeit starten.
  • GEGENSENSIBILISIERUNG: Die Gegensensibilisierung hat den enormen Vorteil, dass das Blut alle notwendigen Informationen enthält und man sich nicht nur auf ein oder zwei Allergene beschränken muss (wie zum Beispiel bei der Desensibilisierung). Aus Deinem Blut wird eine Verdünnungsreihe hergestellt, die Du als kleine Injektion verabreicht bekommst. Ideal, wenn gleich mehrere allergene Faktoren in Frage kommen.
  • ADERLASS: Diese jahrhundertealte Tradition hat einen großen Vorteil: sie entlastet den Stoffwechsel per sofort. Wir haben mit dem Aderlass die Möglichkeit, unsere tüchtigsten Stoffwechselorgane richtig gut zu unterstützen. Schädigende Stoffe werden ausgeleitet, das Blut kann sofort besser zirklieren und oftmals hebt ein Aderlass auch die Stimmung.
  • SAUNA: Ja! Auch mit Neurodermitis kannst Du in die Sauna gehen. Wenn Deine Haut gerade einigermaßen erträglich ist, starte mit ein paar Minuten in mittlerer Temperatur. Bleibe nur solange drin, wie Du Dich wohlfühlst. Vielleicht schaffst Du es ja, dass sich ein zarter Schweißfilm auf der Haut bildet. Das ist super! Ansonsten nicht traurig sein: Deine Haut wird es wieder lernen, zu schwitzen. Du kannst Dich nach der Sauna auch lauwarm abduschen statt eisekalt erstarren. Die Sauna tut der Seele gut, dem Nervensystem und der Giftstoffausleitung. Die Haut wird geschmeidiger und zarter. Nach der Sauna viel stilles Wasser trinken.
  • NACHTKERZENÖL: Dieses Öl enthält viel Gamma-Linolensäure (GLS). Diese Fettsäuren können Neurodermitis-Patienten besonderns gut gebrauchen, denn sie werden für die Herstellung von Prostaglandinen benötigt. Das sind Hormone, die wichtige Prozesse in der für Neurodermitiker problematischen Immunabwehr steuern. Du kannst es in Kapselform einnehmen oder auch nach einer kurzen Dusche in die noch feuchte Haut sanft einmassieren. Geeignet für die trockene, nicht offene, Haut.
  • OHRAKUPUNKTUR: Mit der Ohrakupunktur kann man ergänzend zu anderen Therapieformen kleine Nadeln setzen, die sich unter anderem positiv auf Juckreiz, Schlafstörungen, Nervosität und Histaminausschüttung auswirken.
  • GÄNSEBLÜMCHEN: Die Inhaltsstoffe der Gänseblümchen (Saponine, Gerbstoffe) wirken entzündungshemmend, zusammenziehend, stoffwechselfördernd, schmerz- und juckreizlindernd. Als Urtinktur (z.B. Ceres, Bellis perennis) und Globuli empfehlenswert.

Wie versprochen: Die Top 3 der am wenigsten hilfreichen Aussagen 😉

#1 „Da will was raus!“

Dieser Klassiker-Satz hilft überhaupt nicht und bietet auch keinen Lösungsansatz. Ausser der Botschaft, die momentane Situation auszuhalten und den Schub nicht zu unterbrechen. Ein Alptraum für den Menschen, der gerade richtig „blüht“ und dem es offensichtlich schlecht in seiner Haut geht.

#2 Die Haut ist der Spiegel der Seele

In meiner jahrzehntelangen Beobachtung stimmt das nur teilweise. Genau so wie die Haut ein Spiegel seelischer Empfindungen sein kann, spielen auch andere Faktoren eine Rolle. Sich nur hier drauf zu versteifen, beschränkt die Sicht auf mögliche andere Auslöser und Ursachen. Und manch ein Betroffener fühlt sich wohlmöglich „seelisch abgestempelt“.

#3 „Eine Erstverschlimmerung ist ein gutes Zeichen“

Ein Neurodermitiker braucht vieles – aber keine Erstverschlimmerung im Schub. Was bei anderen Erkrankungen oder Beschwerden vielleicht akzeptabel ist, kann ein Mensch mit starken Hautproblemen nicht gut verkraften.

Zu guter Letzt

Die Neurodermitisbehandlung fusst nicht nur auf einer einzigen Therapieform. Oftmals bringt eine gut ausgewählte Kombination die erhoffte Linderung. Und wie bei allen Therapien gibt es auch bei den hier vorgestellten Möglichkeiten Gegenanzeigen: Dein Behandler wird Dich gut beraten können.

Bist Du neugierig auf die Infos in Teil 1 und 2 geworden? Kein Problem: In Teil 1 kannst Du alles zu den Grundlagen der Neurodermitis, den guten Freunden und der Balance lesen und im Teil 2 geht es um Babies und Kinder mit jeder Menge unterstützender Tipps.

lka Sterebogen ist selbständige Heilpraktikerin in Limburg an der Lahn. Sie hat sich auf die Themen Frauengesundheit und Kinderwunsch spezialisiert und betreut Frauen und Paare in ihrer Praxis vor Ort sowie online in ihrem virtuellen Praxisraum. Folgen Sie ihr auf ihrer inspirierenden Facebook Seite für Frauen.