Selbstwert und Gesundheit: Klarsicht statt Tabletten

Selbstwert und Gesundheit: Klarsicht statt Tabletten

Selbstwert und Gesundheit: Klarsicht statt Tabletten

„Ich löse mich auf!“ war die erschütternde Aussage, mit der Susanne B. ihre Situation in unserem Erst-Termin beschrieb.

„Ich kann es gar nicht näher benennen. Es scheint, als würde ich nur noch aus Partikeln bestehen, meine Gesundheit ist angeschlagen. Es geht mir schlecht, aber eine Diagnose habe ich nicht. Können Sie damit was anfangen?“

Eine Aufgabe dieser Art gestellt zu bekommen, ist eine Herausforderung.

Ich nehme Herausforderungen gerne an, denn sie verknüpfen meinen Forschersinn mit der berufsbedingten Überzeugung, einen Weg der Unterstützung für Frauen zu finden.

Unterstützung bedeutet, sich die Mühe zu machen, genau hinzuhören. Herauszufiltern, was wichtig und was weniger wichtig ist. Sich nicht verzetteln oder ablenken lassen – sondern fokussiert am Thema bleiben.

Unterstützung bedeutet auch abzuklären, ob es Behandlungsgrenzen gibt, die einzuhalten sind.

Unterstützung bedeutet NICHT, ein Kaffeekränzchen abzuhalten und mit mildem Kopfnicken fade Lebensweisheiten einzustreuen.

Das allerwichtigste „Werkzeug“ zu Beginn einer Zusammenarbeit, ist das aktive Zuhören und die richtigen Fragen zu stellen. Intuition, Erfahrung und Wissen sind die drei Leitsterne, die einen individuellen Fahrplan entstehen lassen.

„Erzählen Sie  mir von sich“, bat ich Susanne B.

Zögerlich begann Sie zu berichten. Von ihren Symptomen, wann es begonnen hat und wie es sich über die Jahre entwickelt hat.

Über ihre private Situation erfuhr ich, dass Frau B. hervorragend ausgebildet war, als Freiberuflerin selbständig ist und mit ihrem Portfolio sehr viel zu bieten hat.

Sie ist glücklich verheiratet und hat mit ihrem Mann drei wunderbare, gesunde Kinder.

Gesundheitlich gab es bisher keine gravierenden Probleme. Innerlich stellte ich dennoch vorsorglich eine Laborliste an Untersuchungsparametern zusammen, die einen Sinn ergeben könnten.

Auch trafen die Merkmale einer Depression oder depressiven Verstimmung nicht unbedingt auf Frau B. zu.

Was war es dann?

Ich bat Frau B., mir genauer von Ihrem Beruf zu erzählen. Ihre Expertise ist wirklich etwas Besonderes und nicht an jeder Ecke zu finden. Sie könnte stolz darauf sein, doch irgendwo war der Wurm drin.

Plötzlich sackte Susanne B. in sich zusammen.

„Ich habe beschlossen, meinen Beruf für einige Zeit auf Eis zu legen. Ich schaffe das alles nicht mehr und aus der Freude ist längst eine Last geworden. Ich möchte keine Aufträge mehr annehmen und auch die Nächte oder Wochenenden nicht mehr durcharbeiten müssen. Ich kann nicht mehr.“

Das wollte ich genauer wissen und bat um eine Beschreibung.

Denn statt im Nebel herumzustochern, unnötige Untersuchungen und überflüssige Arzneien anzuordnen, zeigt sich die Lösung relativ schnell, wenn man seiner Fährte traut.

Natürlich könnte man auch sagen: „Ja, machen Sie eine Pause. Legen Sie Ihren Job auf Eis. Das wird Ihnen gut tun und Sie können neue Kraft schöpfen.“

Meine Erfahrung sagte mir, dass es nicht reichen wird.

Denn meistens kehren die Frauen nach einer Pause in den unveränderten Zustand vor Ort zurück. Nach kurzer Zeit geraten sie erneut in die gleiche missliche Lage. Sie werden krank und kränker.

Geradeheraus fragte ich Susanne B.: „Wo liegt ihr Stundensatz?“ Was sie mir jetzt berichtete, war wirklich kaum zu glauben.

„Zwischen 5 und 15 Euro…je nach dem, was in Auftrag gegeben wird.“

Viele Frauen, die selbständig sind, verkaufen sich weit unter Wert. Sie stehen jeden Tag für einen Hungerlohn auf und bieten Ihren Kunden dabei besten Service und hervorragende Ergebnisse.

Über die Jahre geraten sie in eine Schräglage. Sie wissen sehr genau, dass sie zu wenig für Ihre Leistungen berechnen und haben auf der anderen Seite aber große Angst, mehr zu verlangen.

Es könnten ja Kunden abspringen, und dann reicht es erst recht vorne und hinten nicht mehr.

Es war also nicht der Job an sich und auch die Tätigkeiten machten ihr Spaß. Im Grunde liebte sie ihre Arbeit.

Doch was das Honorar betraf, war es jedesmal ein selbstverantworteter Schlag ins eigene Gesicht.

Ihr Selbstwert war am Boden und zog ihr jegliche Energie aus allen Zellen. Ihre Gesundheit stand auf dem Spiel.

Das war unser roter Faden.

Gemeinsam fingen wir an, eine erste Strategie für Susanne B. zu erarbeiten.

Eine Strategie, die sie dort abholt, wo sie gerade ist und die sie gut bewältigen kann. Dabei haben wir immer im Fokus, die Situation entscheidend zu verbessern.

Als erstes wird Frau B. ihr Honorar deutlich anheben. So deutlich, dass es ihrer Leistung entspricht und sie sich wieder wohlfühlt.

Sollten aufgrund der Preiserhöhung zunächst die Kunden ausbleiben, kann sie die Pause zum Verschnaufen nutzen.

Sollte es direkt mit Kunden weitergehen, freut sie sich über die längst fällige Wertschätzung ihrer außerordentlichen Leistung.

Ein positiver Nebeneffekt: Sie sortiert aus. Billigheimer bleiben fern, wertschätzende Kunden  können angenommen und gut bearbeitet werden.

Susanne B. blühte sofort auf. Ihre Augen fingen an zu leuchten und ihre Körperhaltung bekam eine energetische Spannung.

„Danke, dass Sie so einfühlsam und treffsicher den Finger in die Wunde gelegt haben. Ich fühle mich befreit und weiß nun, was zu tun ist.“

In vier Wochen treffen wir uns wieder in der Praxis, um die persönliche Entwicklung zu festigen und die nächsten, wichtigen Schritte zu konkretisieren.

Nichts ist schöner, als eine Frau wachsen zu sehen und sie auf dem Weg zu mehr Freiheit und Selbstbestimmtheit zu begleiten.

Auch das bedeutet Gesundheit.

Ilka Sterebogen ist selbständige Heilpraktikerin in Limburg an der Lahn. Sie hat sich auf die Themen Frauengesundheit und Kinderwunsch spezialisiert und betreut Frauen und Paare in ihrer Praxis vor Ort sowie online in ihrem virtuellen Praxisraum. Folgen Sie ihr auf ihrer inspirierenden Facebook Seite für Frauen.

Nahrungsmittelunverträglichkeiten – Das sind doch die mit der Extrawurst

Nahrungsmittelunverträglichkeiten – Das sind doch die mit der Extrawurst

Nahrungsmittelunverträglichkeiten – Das sind doch die mit der Extrawurst

Tamara ist frustriert, denn so wollte sie nie wahrgenommen werden: Als eine, die kompliziert ist und immer eine Extrawurst braucht.

Seit bei ihr durch umfassende Blut- und Stuhluntersuchungen Nahrungsmittelunverträglichkeiten festgestellt wurden, hat sich ihr Leben in vielerlei Hinsicht verändert.

Im ersten Schritt war sie unheimlich froh, endlich einen Grund für ihre Beschwerden gefunden zu haben.

Noch vor vier Wochen litt sie unter starker Migräne und heftigen Verdauungsbeschwerden.

Sie konnte die Signale ihres Körpers nicht länger ignorieren, und stellte ihre Ernährung entsprechend ihrer Laborergebnisse um.

In den ersten zwei Wochen der Umstellung war alles sehr anstrengend. Sie musste ihre gesamten Vorräte durchschauen, neue Wege im Supermarkt einschlagen und ihre Kochgewohnheiten anpassen.

Doch irgendwann war der Knoten geplatzt und plötzlich ging alles ganz leicht. Zuhause essen war überhaupt kein Problem mehr. Sie hatte sogar neue Lieblingsrezepte für sich entdeckt.

Tamara ging es zunehmend besser und das gab ihr die Motivation, langfristig durchzuhalten. Auf einmal ergab alles einen Sinn!

Doch scheinbar nur für sie. Wäre da nicht die Sache mit der unsichtbaren Extrawurst.

Mit Unverträglichkeiten leben

Die Ernährungsumstellung an sich stellt selten eine große Herausforderung dar. Wie leben erfreulicherweise in einer Zeit, in der wir leicht und schnell an gute Alternativen kommen.

Sei es durch ein schlüssiges Sortiment im Supermarkt, ein gut sortiertes Reformhaus oder den spezialisierten Internethandel.

Die wahre Hürde versteckt sich vor unserer Haustür:

In der Kantine, in der Kita, bei Freunden, im Restaurant, auf Reisen oder bei einem geselligen Essen.

Diese Situationen kommen sehr häufig und vor und es wird einem erst dann richtig bewusst, was die Ernährungsumstellung alles mit sich bringt.

Essen außer Haus kann zu einer echten Herausforderung werden. Sowohl mit den Speisen an sich, als auch mit den Reaktionen aus dem Umfeld.

Das sind die mit der Extrawurst

Menschen mit NMU kommen oft nicht darum herum, ihre Lebensmittel oder Speisen mitzunehmen:

An den Arbeitsplatz, in die Kita, in den Urlaub, ins Restaurant, zum verlängerten Wochenende, ja sogar auf die gesellige Feier.

Was wären die Alternativen?

  • Sie essen gar nichts, werden fragend angeschaut und müssen sich erklären.
  • Sie fragen explizit nach allen Zutaten, werden fragend angeschaut und müssen sich erklären.
  • Sie packen ihre mitgebrachte Lunchbox aus, werden fragend angeschaut und müssen sich erklären.

Was sind die Reaktionen?

  • Stell Dich doch nicht so an.
  • Meine Güte, wie kompliziert.
  • So ein neumodischer Quatsch – früher gab es so etwas nicht.
  • Ach, das eine Mal kann man doch wohl eine Ausnahme machen.
  • Immer diese Extrawürste.

Vielen Menschen ist die Extrawurst sehr unangenehm. Sie wünschen sich nichts sehnlicher als einfach mitzuessen oder mitzufeiern. Ganz ohne Diskussion, lange Erklärungen oder fragende Blicke.

Menschen mit Nahrungsmittelunverträglichkeiten sind keine „Sonderlinge“. Es sind Menschen, die aus unterschiedlichen Gründen diese Aufgabe im Leben gestellt bekommen und akzeptiert haben.

Was haben Menschen mit Unverträglichkeiten für Probleme?

„Unverträglichkeiten“ klingen harmlos. So ein bißchen wie ein Spleen oder eine persönliche Marotte. Doch bringen wir es auf den Punkt: Es ist alles andere als lustig.

Unverträglichkeiten können unter anderem:

  • starke Bauchschmerzen verursachen
  • heftige Migräneanfälle auslösen
  • Ekzeme verursachen, die permanent jucken
  • Durchfälle triggern die einen dazu zwingen, zuhause zu bleiben
  • depressive Verstimmungen auslösen
  • unerträgliche Gereiztheit fördern
  • Autoimmunkrankheiten verstärken
  • schlaflose Nächte bereiten
  • lähmend müde machen

Wer sich an seine Ernährungsbesonderheiten hält, macht das nicht zum Spaß. Man möchte eigentlich auch nicht als kompliziert gelten und erst recht keine Extrawurst haben.

Doch auch die Mitmenschen kann man verstehen: Unter „Ich vertrage keine Milch“ kann sich niemand wirklich etwas vorstellen. Das ist nicht greifbar.

Vielleicht wäre diese Antwort hilfreich, das Ausmaß zu beschreiben:

„Esse ich Milch oder Milchprodukte, bekomme ich kurze Zeit später Bauchkrämpfe und flüssige Durchfälle. Diese können so plötzlich kommen, das ich es kaum auf die Toilette schaffe. Ich habe meine Ernährung jetzt umgestellt und seit dem geht es mir gut.“

Was kann beim Zusammensein helfen?

Wirklich hilfreich wäre, wenn man wenig Worte verlieren muss und einfach beisammen ist.

Wenn der Tisch – und der Gastgeber – Alternativen zulässt, die nicht groß kommentiert werden. Wenn jeder das essen kann, was er magt und gut verträgt.

Toll sind auch Restaurants oder Cafés, die sich auf Intoleranzen eingestellt haben. Sie fragen nach Unverträglichkeiten und reagieren kreativ mit Alternativen auf dem Speiseplan.

Und es bereitet wirklich keine Probleme, glutenfreie Pasta statt regulärer Nudeln ins sprudelnde Wasser zu werfen. Wir sind auf einem guten Weg und es darf gerne gut weitergehen.

Auf viele nette Feiern, unbeschwerte Zusammentreffen und gemütliche Abende!

Ilka Sterebogen ist selbständige Heilpraktikerin in Limburg an der Lahn. Sie hat sich auf die Themen Frauengesundheit und Kinderwunsch spezialisiert und betreut Frauen und Paare in ihrer Praxis vor Ort sowie online in ihrem virtuellen Praxisraum. Folgen Sie ihr auf ihrer inspirierenden Facebook Seite für Frauen.

Müdigkeit bis zum Umfallen: 5 wissenswerte Gründe für das große Gähnen

Müdigkeit bis zum Umfallen: 5 wissenswerte Gründe für das große Gähnen

Es ist wie verhext: Deine Müdigkeit scheint wie ein Klotz an Deinem Bein zu hängen und sich auch nach intensiven Ruhephasen nicht spürbar aufzulösen.

So etwas kennst Du nicht von Dir. Früher warst Du energiegeladen, hast Freude an Bewegung gehabt, konntest Deinen Haushalt bewältigen und die kleine Mittagspause hat gereicht, um die zweite Tageshälfte gut zu überstehen.

Doch nun ist das anders. Du fühlst Dich dauererschöpft und die Müdigkeit ist Dein täglicher Begleiter.

Während Du Dich vor ein paar Wochen noch mitgeteilt hast, dass Du Dich k.o. fühlst, hältst Du heute mit Deinem Befinden hinter dem Berg. Es ist Dir vielleicht schon unangenehm, immer wieder die gleiche Antwort zu geben auf: „Hey, wie geht´s?“

Da ist es Dir schon lieber, wenn die (bei weitem noch oberflächlichere) Frage kommt: „Alles gut?!“. Da brauchst Du noch nicht einmal zu reagieren.

Die Gründe

Die Gründe für eine Müdigkeit können sehr vielfältig sein.

Wir lassen an dieser Stelle bewusst den akuten Schlafmangel frisch gebackener Eltern oder die Schichtarbeit der engagierten Angestellten im Gesundheits- oder Polizeidienst beiseite. Die Gründe für Müdigkeit und Erschöpfung liegen klar auf der Hand.

Hier hilft nur Geduld, bis die Kinder älter werden und für Alle das Nutzen jeder erdenklichen Pause.

Natürlich können auch Vitamin- und Nährstoffmängel für das große Gähnen verantwortlich sein. Ebenso ein akuter aber auch unterschwelliger Eisenmangel sowie eine Schilddrüsenunterfunktion.

Das lässt sich relativ einfach durch eine Blutuntersuchung feststellen und anhand des Ergebnisses gezielt beheben.

In der Regel kommt die Vitalität recht zügig zurück und die Müdigkeit ist überstanden.

5 weitere Gründe

Haben die oben genannten Untersuchungsoptionen keine Ergebnisse gebracht, sollte weiter geforscht werden. Oftmals ergeben sich aus einer gründlichen Anamnese die ersten Hinweise auf mögliche Ursachen.

Der Bericht meiner Patientinnen ist mir besonders wichtig: Ungefilterte Beschreibungen der Entstehungsgeschichte und des Verlaufs sind – richtig kombiniert und verknüpft – Gold wert für eine effektive Zusammenarbeit.

Grund 1: Nahrungsmittelunverträglichkeiten

Viele Menschen verbinden mit einer Nahrungsmittelunverträglichkeit (NMU) Bauchschmerzen und Durchfall.

Doch das ist bei weitem nicht so. Symptome einer NMU können unter anderem sein: Verstopfung, Kopfschmerzen, Bluthochdruck, Übergewicht, Juckreiz und: Müdigkeit.

Eine Untersuchung, ob Du unter einer oder mehreren NMU leidest, lässt sich mit einer Blutuntersuchung herausfinden. Für Jugendliche und Erwachsene wird Blut aus der Vene genommen und für Kinder/Babies steht ein Test zur Verfügung, der mit einem kleinen Pieks in die Fingerbeere auskommt.

Sobald das Ergebnis da ist, kannst Du mit der Ernährungsumstellung starten und spüren, wie die Müdigkeit peu-à-peu verfliegt.

Grund 2: Depressive Verstimmungen

Depressive Verstimmungen werden oft (vor sich selbst) verharmlost. Sie sind ja schliesslich keine ausgewachsene Depression, bei der man handlungsunfähig wird und anerkannt krank ist.

Depressive Verstimmungen können jede Frau irgendwann im Leben treffen. Sie ziehen einen herunter, machen traurige Gedanken, mutlos und: müde.

In der Regel können betroffene Frauen einen Zusammenhang wahrnehmen. Sei es eine Krankheit, Ärger im Privat- oder Berufsleben oder ein Verlusterlebnis.

Diese Phase kann ein paar Wochen andauern. Hier und da zeigen sich aber auch positive Aspekte und sei es nur für kurze Momente (ein schöner Spaziergang, das angenehme Sonnenlicht, ein köstliches Essen oder eine nette Radtour).

Depressive Verstimmungen können erschöpfen und müde machen. Frage Dich in diesen Momenten, ob es etwas gibt, was Dir auf der Seele liegt.

Es ist durchaus möglich, dass Dir aus diesem Grund sämtliche Energie abhanden kommt und Dir im übertragenen Sinn „der Stecker gezogen“ wurde.

Ein gutes Gespräch mit einer Freundin die aktiv zuhören kann, oder eine professionelle Beratung können schnell Entlastung bringen.

Oftmals helfen begleitend auch pflanzliche Mittel aus der Phytotherapie. Sie enthalten messbare Wirkstoffe, machen nicht abhängig und sind in der Wirkung vergleichbar mit einem Antidepressivum (für leichte bis mittelschwere Verstimmungen).

Grund 3: Ein Virus

Fragst Du Dich gerade: „Wie kann denn ein Virus so müde machen?“.

Dabei kommt einem natürlich als erstes der Gedanke an einen grippalen Infekt mit Husten, Schnupfen, Kopf- und Gliederschmerzen. Hierbei handelt es sich zum Beispiel um Schnupfenviren, die nach einigen Tagen überwunden werden und anschliessend keine Beschwerden mehr machen.

Es gibt aber noch andere Viren. Viren, die sich gut tarnen können.

Sie leben in unseren Zellen (man nennt das „zellständig“), und das ein Menschenleben lang. Diese Viren haben ein großes Repertoire an Symptomen und können, sofern nachgewiesen, für viele Symptome verantwortlich sein.

Unser Immunsystem kommt in der Regel gut mit dem Virus zurecht. Diese speziellen Art von Viren werden nicht eliminiert, sie werden kontrolliert.

Doch es gibt Situationen, da entzieht sich so ein Virus der Kontrolle. Es ist aufgrund seiner hoch entwickelten Stufe in der Lage, das Immunsystem zu manipulieren.

Es kann ausbremsen, Störmanöver senden und die Sprache des Immunsystems sprechen. Als Folge können die verschiedensten Probleme entstehen. Ein Leitsymptom kann sein: Müdigkeit.

Wenn bei Dir alles untersucht wurde und bisher keine Erklärung für Deine bleierne Müdigkeit gefunden wurde, dann forsche nach dem Virus.

Tipp ♥ Dieses Virus gehört zu den großen Verdächtigen: das Epstein-Barr-Virus.

Manche Menschen wissen, dass sie schon mal am Pfeifferschen Drüsenfieber erkrankt sind. Viele Menschen sind jedoch mit dem Virus infiziert, ohne jemals Symptome gehabt zu haben.

Es gibt Zeiten und Situationen, die eine Aktivierung des Virus begünstigen: körperlicher und emotionaler Stress, Impfungen, Erkrankungen, Tätowierungen, Operationen, Traumata.

Auch hier bringt eine Blutuntersuchung Klarheit. Idealerweise erfolgt die Untersuchung zusammen mit einem Immunstatus. So kann man sehen, in welcher Form das Immunsystem zu unterstützen ist, damit es das Virus wieder unter Kontrolle bekommt.

Je nach Ergebnis haben wir mit der Mikroimmuntherapie (MIT) ein wunderbares Therapeutikum für das Immunsystem und im Speziellen auch für das Virus.

Tipp ♥ Diesen Blogartikel habe ich für meine Kinderwunschinteressentinnen geschrieben. Hier geht es auch um Viren: Natürliche Killerzellen: Wenn eine Erhöhung die Einnistung erschwert

Grund 4: Stress

Es hält sich hartnäckig: die sinnlose Unterscheidung zwischen „positivem“ und „negativem“ Stress.

Unser Körper muss immer in der gleichen Art und Weise mit Botenstoffen auf Stress reagieren. Unabhängig von der Stressart, unabhängig von „positiv“ oder „negativ“.

So kann zum Beispiel auch der heißgeliebte Sport („Ohne Sport kann ich nicht leben“) zum erschöpfenden Stressfaktor werden. Ebenso die zahlreichen Freizeitaktivitäten (die im Grunde Spass machen) von Montag bis Sonntag.

Je länger die Stress-Situation anhält, desto mehr werden unsere Ressourcen verbraucht. Es ist kein Kavaliers-Delikt, sich über einen langen Zeitraum auszupowern. Gerade wir Frauen neigen dazu zu sagen:

„Es geht ja noch!“

Eine Zeit lang kann der Körper mit seinem Stress-Management das Tempo halten. Irgendwann beginnt er, die Reserven anzuknabbern. Wenn spätestens jetzt keine Erholungspause in die Waagschale geworfen wird, geht das rote Lämpchen an.

Wer bereits in der großen Müdigkeit angekommen ist, hat seine Grenzen überschritten. Es ist ein Alarmsignal des Körpers und der große Hilferuf nach Erholung. Wer nun noch weiter macht läuft Gefahr, ganz aus dem Rennen geworfen zu werden.

In meiner Sprechstunde empfehle ich Frauen gerne, eine Kur in Anspruch zu nehmen. Entweder als Mutter-Kind-Kur oder (wer etwas ältere Kinder hat) eine Mütter-Kur. Es ist wichtig, für einen Moment aus dem Hamsterrad auszusteigen und Abstand zu gewinnen.

Bitte geh nicht sofort in die Abwehrhaltung und sage: „Das geht bei mir nicht!“

Bestimmt fallen Dir einige Gründe ein, die dagegen sprechen. Ja, die gibt es auch – aber sie sind lösbar und planbar. Ich habe es selbst erlebt. Alle Widerstände durften sich auflösen und ich konnte endlich nachhaltig etwas für mich und meine Gesundheit tun. Das wünsche ich Dir, ganz solidarisch, auch!

Begleitend helfen in Stress-Situationen Vitamin-Kombinationen (allen voran die B-Vitamine), Phytotherapeutika und Pflanzenextrakte (z.B. Rhodiola rosea).

Grund 5: Herdgeschehen (Bakterien)

Man sieht sie nicht – man hört sie nicht.

Bakterien gehören zu uns wie Viren und Pilze. Doch manchmal nehmen krankmachende Keime so zu, dass sie unserem Immunsystem und unserem Wohlbefinden spürbar zusetzen.

Häufige Beispiele sind chronische Nasennebenhöhlen-Entzündungen, chronische Mandelentzündungen, Zahn- und Zahnfleischprobleme, Darm- und Blinddarmbeschwerden.

Dabei muss es sich nicht um hochakute Geschehen handeln: die dauerhafte, unterschwellige Belastung ist als mindestens genau so wichtig einzustufen.

Auch hier hat der Körper über einen langen Zeitraum geschafft, sich mit dem stetigen Bakterienstrom auseinander zu setzen. Doch wenn dauerhaft Nachschub kommt, ist irgendwann das System erschöpft.

Wir spüren das unter anderem in Kraftlosigkeit und Müdigkeit.

Die Behandlung eines Herdgeschehens, bei dem ständig Bakterien in den Kreislauf abgegeben werden, hat Vorrang vor anderen Therapien. Wird dies nicht beherzigt, verlaufen alternative Behandlungsansätze unter Umständen unbefriedigend oder greifen gar nicht.

Das bedeutet Verluste an: Energie, Zuversicht, Motivation, Zeit und Geld.

Tipp ♥ Mein beliebter Artikel Mandel-OP mit Ende 40 hat erfreulicherweise sehr viele Klicks erhalten. Hier geht es um das Herdgeschehen, wie Bakterien einem zu schaffen machen können und was letztendlich geholfen hat.

lka Sterebogen ist selbständige Heilpraktikerin in Limburg an der Lahn. Sie hat sich auf die Themen Frauengesundheit und Kinderwunsch spezialisiert und betreut Frauen und Paare in ihrer Praxis vor Ort sowie online in ihrem virtuellen Praxisraum. Folgen Sie ihr auf ihrer inspirierenden Facebook Seite für Frauen.

Die Fliege an der Wand – Ein Dankeschön an eine kleine Botschafterin

Die Fliege an der Wand – Ein Dankeschön an eine kleine Botschafterin

Liebe Fliege an der Wand,

zuerst einmal möchte Dir ein großes Dankeschön aussprechen:

Danke, dass es Dich gibt. Und vor allen Dingen: Danke, dass Du da bist!

Die meisten Menschen reden abfällig über Dich. Sie haben Dich in eine banale Redewendung gepackt und beschreiben damit Menschen, die sich über jede Kleinigkeit ärgern oder aufgrund von Nichtigkeiten sofort verstimmt sind.

Das mag es auch tatsächlich geben und solche „Meckerpötte“ möchte niemand um sich haben. Sie sind anstrengend, unausgeglichen und in erster Linie mit sich selbst unzufrieden.

Doch Dich, liebe Fliege an der Wand, mag ich richtig gerne. Du bist zu meiner Freundin geworden, und darüber freue ich mich sehr.

Früher habe ich Dein wertvolles Potenzial nicht gekannt. Ich dachte, Du seiest lästig und ein weiterer Hinweis, wie unzulänglich man selbst ist.

Schließlich sollte man zutiefst entspannt sein, den Tag nehmen wie er kommt und trotz Schlaf- und Erholungsmangel freundlich und gerecht sein (gerade seinen Kindern gegenüber – sie können ja nichts dafür, dass sie noch nicht durchschlafen, im Trotzalter sind oder später pubertäre Schübe haben).

Heute nehme ich Dich ganz bewusst wahr, wenn Du wieder zu Besuch kommst und in meinem Haus herumfliegst. Zugegeben: es braucht ein wenig Zeit, bis ich Dich registriert habe. Doch habe ich Dich gefunden, atme ich innerlich auf.

Die Fliege an der Wand ist wieder da. Herzlich Willkommen. Gut, dass Du da bist!

Es gab Zeiten, da habe ich mir Dich intensiv gewünscht. Du fehltest mir und ich hätte zu diesem Zeitpunkt alles gegeben, um Dich um mich herum zu haben. Ich wusste aber, dass Du nur zu bestimmten Zeiten da bist.

Doch Du warst nicht da. Es war nicht Deine Zeit und es waren nicht Deine Räume. Damals habe ich ein kleines Gebet losgeschickt:

Liebe Fliege an der Wand, ich freue mich schon heute auf den Tag, an dem Du wieder in meinem Haus herumschwirrst.

Denn dann weiß ich: Es geht mir gut.

In diesem Sinne, liebe Fliege an der Wand: Du bist mir ein lieber Gast im Haus und darfst jederzeit ein- und ausfliegen. Im Grunde bist Du eine kleine Botschafterin, die höchste Anerkennung verdient.

Wenn Du da bist, gibt es keine schweren Krankheiten, keine sinnlosen Kriege, keine katastrophalen Hungersnöte und keine schmerzlichen Verluste.

Danke, dass es Dich gibt.

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Mandel-OP mit Ende 40: Mein persönlicher Erfahrungsbericht

Mandel-OP mit Ende 40: Mein persönlicher Erfahrungsbericht

Mandel-OP mit Ende 40: Mein persönlicher Erfahrungsbericht

 

Ich habe wirklich alles versucht, was möglich war. Von schulmedizinischen Maßnahmen bis hin zu dem gesamten Repertoire an naturheilkundlichen Möglichkeiten war alles dabei. Und das war nicht wenig, denn als Heilpraktikerin stehen mir einige tiefgreifende Ansatzpunkte zur Verfügung, die alle ihre Berechtigung haben und oftmals auch den gewünschten Erfolg bringen.

Doch irgendwann kam der Punkt, an dem ich erkennen musste: Es hilft zwar ein wenig, aber nicht genug. Ich habe einen „Herd“ im Körper, der zunehmend Unsinn anstellt und alle anderen Therapien komplett blockiert.

Zu „Herden“ – einer chronischen Entzündung – kann im Grunde alles im Körper werden. Folgende „Kandidaten“ sind jedoch besonders beliebt: Zähne, Mandeln (Tonsillen), Darm und Nasennebenhöhlen.

Dabei müssen sie nicht offensichtlich mit Feuer um sich schießen: sie können auch leise und still vor sich hin arbeiten („silent inflammation“) und den gesamten Organismus erheblich und ernst zu nehmend schwächen.

„Herde“ fluten den Organismus 365/24/7 mit Entzündungsbotschaften, Immunkomplexen (immunologisch relevante Störfaktoren) und Stoffwechsel-Abfallprodukten.

Der Körper schafft es eine ganze Weile, das Geschehen in Schach zu halten. Doch irgendwann kann das Faß überlaufen.

„Ihre Mandeln müssen raus“

Meine sehr geschätzte Hals-Nasen-Ohren-Ärztin empfahl mir nach einer eingehenden Untersuchung das gleiche, wie die sehr erfahrene und kompetente Klinik-Ärztin im Vorgespräch: „Ihre Mandeln müssen raus“.

Nach außen hin sahen meine Mandeln eigentlich recht passabel aus: keine Halsschmerzen, keine sichtbaren Entzündungen, kein Eiter, keine Mandelsteine. Doch die Experten wissen: Manchmal kann man erst unter der OP erkennen, wie es wirklich um diese ursprünglich wichtigen Abwehrstationen steht.

Die dazugehörigen Blutwerte (z.B. ein hoher ASL-Titer, das steht für Antistreptolysin-Titer) sowie vorhandene, Symptome (z.B. Probleme mit der Haut, den Nieren, dem Herzen, den Gelenken) können entscheidende Hinweise darauf geben, dass die Mandeln der Ursprung der Beschwerden sein könnten.

Horror-Geschichten

Eine Mandel-Op ist nicht lustig und jeder, den ich nun fragte, erzählte mir Horrorgeschichten in unterschiedlichen Ausmaßen. Von unsäglichen Schmerzen, großem Gewichtsverlust durch Nicht-Essen-Können, schlimmsten Gerüchen aus und im Mund bis hin zu den, unter Umständen zum Tode führenden, „Nachblutungen“ war alles dabei.

Mein Entschluß stand fest und ich hatte – wie schon zu einem anderen Zeitpunkt im Leben – einen Plan geschmiedet: Mandeln herausoperieren lassen, Nachsorge ernst nehmen und gründlich naturheilkundlich wieder aufbauen.

Mit der OP musste ich eine dreiwöchige Auszeit einplanen. Erwachsene stecken es nicht so schnell weg, sagte man mir. Die Kinder auf der Station laufen schon wenige Stunden später munter herum – als reiferer Mensch könne es schon mal erheblich länger dauern, bis man wieder voll belastbar wäre.

Die Mandel-OP

Ich hatte keine Angst, es war mehr Unwohlsein vor dem Unbekannten. Schon im Bett liegend fuhr man mich vor die OP-Schleuse. Die Warteminuten (ich war alleine) nutzte ich, um meine Akte unter dem Kissen heraus zu fischen. Ich wollte meine Blutwerte wissen und meine Gerinnungswerte überprüfen.

Ich kann nicht aus meiner Haut raus – auch als Patientin nicht.

Mandel-Op: Es geht los!

Im OP plauderte man noch sehr nett mit mir, checkte zum dritten Mal warum ich da war, pustete mir herrlich warme Luft unter meine Abdeckung und – schwupps – war ich im angenehmen Narkose-Land.

Nach der OP

Ich bekam keine Luft. Irgendwie wollte mein Zäpfchen im Rachen nicht das, was ich wollte. Sofort kümmerte man sich um mich: Das sei normal, ich ersticke nicht, ich hätte Blut unter der OP geschluckt, alles sei gut.

Die operierende Ärztin kam zu mir und sagte: „Diese OP war alles andere als medizinisch überflüssig und definitiv keine Luxus-OP. Ihre Mandeln waren total vergammelt und kamen mir beim Herausschälen schon zerfasert entgegen. Sie werden von der OP profitieren.“ Das waren sehr klare Worte.

Auf der Station

Ich war deutlich in der Unterzahl auf der Station – eigentlich war ich sogar die einzige Frau, die eine Mandel-OP (im Fachjargon „TE“ für Tonsillektomie) hinter sich hatte. Alle anderen Frauen wurden an und in der Nase operiert.

Dafür war ich die Einzige mit dem „all-you-can-eat“ Eis-Bändchen am Arm. Ich durfte, so oft ich wollte, zum Eisschrank gehen. Das war sehr nett und äußerst lecker (meiner Nasen-Bettnachbarin habe ich natürlich auch ein Eis mitgebracht).

Mandel OP: Eis essen soviel man möchte

Glutenfrei im Krankenhaus – geht das?

Ein großes Lob an dieser Stelle an das Krankenhaus: Ich bekam problemlos glutenfreies Essen, damit hatte ich gar nicht gerechnet. Daher hatte ich mir mein Essen heimlich mitgebracht. Aber sogar das Eis war glutenfrei und somit hatte ich zwar einen kurzen, dafür aber problemlosen Krankenhausaufenthalt.

Mandel OP: glutenfreie Schmuggelware

Den überwiegenden Teil meiner eingeschmuggelten Lebensmittel habe ich wieder mit nach Hause genommen.

Zuhause

Inzwischen wird man trotz anhaltender Nachblutungsgefahr schon sehr früh aus dem Krankenhaus entlassen. Nach 3 Tagen war ich wieder zuhause. Sich schonen ist das oberste Gebot, denn sonst könnte die Wunde/der Schorf platzen und dann handelt es sich eventuell schnell um einen Notfall.

Da man eine Entscheidung zur OP selten ad hoc fällen muss, kann und sollte man für Zuhause alles entsprechend einplanen und organisieren. Dann klappt es mit dem Ausruhen und dem „Mama-Off-Modus“ sehr gut.

Die Schmerzen

Wir brauchen nicht um den heißen Brei reden: es sind richtige Schmerzen. Alles andere wäre gelogen.

Wer klug ist, hält sich an die Empfehlungen des Arztes und führt ein Schmerzmittel-Management. Ich habe mir Tag und Nacht aufgeschrieben, was ich wann und in welcher Dosis eingenommen habe und wann die nächste Portion an der Reihe ist. Das hätte ich mir niemals merken können.

Die Mengen sind sehr hoch angesetzt, doch das ist bewusst so empfohlen. Denn der Schmerz dahinter ist nicht zu unterschätzen. Hält man sich an die Empfehlungen, die Dosierungen und die Zeitpunkte, kann man die Zeit der Wundheilung auch recht gut aushalten.

So manches mal verloren sind die vermeintlichen Helden, die sagen: „Wollen wir doch mal sehen, wie es ohne geht. Ein Indianer kennt schließlich keinen Schmerz“.

Der Gewichtsverlust

Irgendetwas musste ich falsch verstanden haben. Alle redeten davon, wie viel Gewicht sie in der Zeit verloren hatten. Auch der OP-Helfer schmetterte mir ein fröhliches: „Sie werden 5 kg abnehmen!“ hinterher.

Schlecht fand ich diese „Nebenwirkung“ nicht.

Um es vorweg zu nehmen: Ich habe kein einziges Gramm Gewicht verloren. Ich weiss aber auch, woran es lag.

Die Ärztin predigte mir mehrfach: „Sie müssen essen! Nur mit der regelmäßigen Nahrungsaufnahmen kann der sich bildendende Wund-Schorf vorsichtig abgetragen werden und die Wunde besser heilen.“ Das wollte ich natürlich unbedingt unterstützen.

Also aß ich. Tag und Nacht. Immer ein kleines Portiönchen, wenn meine Tabletten oder die Tropfen wieder dran waren. Schließlich sollte auch der Magen nicht so in Mitleidenschaft gezogen werden. Ich hatte mir dazu glutenfreies Gebäck, Brot und Babybrei mit ins Krankenhaus geschmuggelt.

Ich glaube ich bin die Einzige, die im Erwachsenenalter die Mandeln heraus bekam und NICHT abgenommen hat. Schade eigentlich, aber dafür hatte ich ein sehr gute Wundheilung. 🙂

Wie es mir heute geht

Die Verbesserung kam, nach dem ich die Schmerzmittel komplett abgesetzt hatte. Ganz langsam, aber deutlich erkennbar, ging es stetig bergauf. Man darf keine Wunder über Nacht erwarten, sehr wohl aber eine spürbare Tendenz.

Heute, 8 Monate später, bin ich überfroh, diese Entscheidung getroffen zu haben. Ich hätte es schon viel eher machen sollen (das kann man ja im Nachhinein immer leicht sagen).

Update nach über 2 Jahren: Mir geht es sehr gut und mein Körper ist so dankbar, diesen Herd nicht mehr aushalten zu müssen. In meiner Praxis berate ich regelmäßig Frauen, denen eine OP angeraten ist oder auch Frauen, die sich gegen eine OP sträuben. Auch die  Nachsorge begleite ich laborgestützt mit naturheilkundlicher Medizin.

Naturheilkunde im Anschluss

Naturheilkundlich habe ich im Anschluss auf immunologischer Ebene mit der Mikroimmuntherapie gearbeitet, ein für mich passendes Ausleitungsprogramm gewählt (Ausschleusen von Immunkomplexen und Abfallprodukte aus immunologischen Reaktionen, Schmerzmiteln, Narkose), eine Darmsanierung durchgeführt und anschliessend das Immunsystem im Ganzen gestärkt.

Tipp: Nach ein paar Monaten sollter der ASL-Titer erneut geprüft werden. Sinkt er deutlich ab: prima. Bleibt der ASL-Titer hoch, bleibt ein immunologisches Risiko bestehen. Sie sollten handeln und einen Therapeuten aufsuchen.

Funde im Internet

Diese Seiten finde ich für erste Informationen – und ein wenig Unterhaltung – gelungen und empfehlenswert:

Dr. jur. Christian Brechtel Mandelentfernung – Alles rund um die Mandelentfernung

Benjamin Scholz via Youtube Mandel OP: Meine Tonsillektomie

Fazit

Herdgeschehen sind nicht auf die leichte Schulter zu nehmen. Sie können, neben den offensichtlichen Beschwerden, einen enormen immunologischen Einfluss nehmen. Eine medizinische und/oder naturheilkundliche Behandlung lohnt sich und ist anzuraten.

Egal, wie alt man ist oder wie lange man schon Symptome hat.

Ich möchte Mut machen, dieses Thema anzugehen und sich auch die entsprechende Zeit zur Genesung einzuräumen. Es braucht etwas Zeit, aber der kontinuierliche Fortschritt schenkt Motivation und stärkt das Durchhaltevermögen.

Ich bleibe meiner Überzeugung treu: Die Kombination von Schulmedizin und Naturheilkunde kann eine wunderbare Einheit bilden und wird weiterhin eine tragende Säule meiner Arbeit bleiben.

Ich wünsche Dir nun alles Gute und ganz viel Erfolg bei Deiner Herd-Behandlung. Bei Fragen bin ich immer für Dich da.

Ilka Sterebogen ist selbständige Heilpraktikerin in Limburg an der Lahn. Sie hat sich auf die Themen Frauengesundheit und Kinderwunsch spezialisiert und betreut Frauen und Paare in ihrer Praxis vor Ort sowie online in ihrem virtuellen Praxisraum. Folgen Sie ihr auf ihrer inspirierenden Facebook Seite für Frauen.

Das Leben verdichten – Warum das „erste Mal“ so wichtig ist (und bleibt)

Das Leben verdichten – Warum das „erste Mal“ so wichtig ist (und bleibt)

„Das Leben kann man nicht verlängern, aber wir können es verdichten.“ (Roger Willemsen)

Diese Aussage hat mich vor 2 Jahren sehr berührt. Das Zitat von Roger Willemsen trägt so viel Weisheit in sich und hat mich erneut zum Nachdenken gebracht.

Wie oft sagen wir: „Ach, wo ist die Zeit geblieben? Die letzten 5 (10, 15…) Jahre sind wie im Flug vorbei gezogen. Wir können uns oft nur vage an die Inhalte der Jahre erinnern und je älter wir werden, desto mehr scheint die Zeit zu rasen.

In unserer Jugendzeit war das anders. Jeder Tag war aufregend, ein Monat war voller Erlebnisse, ein Jahr war nahezu unüberschaubar lang und prall gefüllt. Mit 12 ersehnte man sich den 13. Geburtstag herbei – er schien noch in unendlich weiter Ferne zu sein. 18-jährige Mitschüler waren eigentlich schon erwachsen und unsere Eltern steinalt.

Das Leben war aufregend und voller Spannung. Noch heute kann man sich an vieles aus dieser Zeit klar erinnern. Der erste Kuss, die erste Liebe, der erste Urlaub ohne Eltern, das erste Mal im Ausland, die Führerscheinprüfung, das Abitur, die erste Schwangerschaft….wir können die Liste unserer „ersten Male“ noch eine Zeit lang weiterführen.

Es wird klar: Wir können uns besonders an die Dinge erinnern, die wir zum ersten Mal im Leben machen. Sie scheinen unser Leben zu etwas besonderem zu machen – und das auch noch höchst individuell.

Doch je älter wir werden, desto weniger „erste Male“ gibt es. Vieles wiederholt sich zum X-ten Mal, wir haben gelernt mit unabänderbaren Dingen im Leben zurecht zu kommen, wir halten vieles aus ohne aufzumucken, ein Winter gleicht dem anderen, ein Fest ist schon lange kein Anlass mehr, etwas wirklich von Herzen zu feiern.

Wer jetzt noch seit 20 Jahren an den gleichen Urlaubsort fährt, immer das gleiche Zimmer/die gleiche Ferienwohnung bucht, der läuft noch schneller Gefahr zu denken:

„Wo ist bloß die Zeit geblieben?“

Was für eine Vorstellung ist es sich später einmal fragen zu müssen: „Das soll es gewesen sein?“

Ich habe aus persönlichen Erlebnissen heraus den großen Wunsch, mein Leben zu füllen. Mit neuen Erfahrungen, neuen Erlebnissen, neuen Eindrücken. Es erscheint mir wichtig, ein Gegengewicht zum Alltag zu erschaffen. Mich ab und zu mal herauszufordern, fit im Kopf zu bleiben und neue Impulse für mich und meine geliebte Arbeit zu erfahren.

Und das klappt oftmals nur, wenn ich dem Alltag entfliehe: mal für ein paar Minuten, mal für einige Stunden oder auch mal für 3 Tage.

Es tut gut, ab und zu etwas Neues auszuprobieren. Denn in den Momenten des „ersten Mals“ spüren wir uns wieder. Aufregung kommt in den Alltag, das Gehirn arbeitet auf Hochtouren und schaltet neue Verbindungen, unbekannte Gerüche werden abgespeichert, aktuelle Bilder aufgenommen, frische Farben neu belebt. Manchmal kommen auch ganz neue Ideen und Gedanken auf – wie wunderbar!

Wir fühlen uns lebendig.

Ich war gerade in Paris und habe mir wie ein Teenager die Füße wundgelaufen. Es war herrlich in Mitten des Trubels zu sein, die Attraktionen der Stadt zu sehen, neues Essen zu probieren, in einem fremden und doch heimeligen Zimmer aufzuwachen und mal wieder eine andere Sprache zu sprechen. Wie schön, die Lebensfreude zu spüren.

Später im Jahr möchte ich in ein buddhistisches Zen-Kloster einchecken und – gar nichts sagen. Das wird eine Herausforderung sein. Ein bisschen mulmig ist mir auch dabei, aber ich fühle: das will ich erleben. In mich kehren, mir selbst begegnen, Sendepause, Meditation, Ruhe, Einkehr. Konzentration auf das, was wichtig ist.

Ich bin davon überzeugt, dass es nicht nur mir, sondern auch meiner beruflichen Aufgabe zugute kommt: Frauen stark machen – gesundheitlich und emotional.

Im Sommer stand ich mit Ende 40 das erste Mal in Südfrankreich auf einem Paddle-Board. Meine größte Sorge war, eine Lachnummer am Beach zu sein: „Guck mal, die unsportliche Mutti da! Ha ha ha!“. Nach reiflicher Überlegung war es mir dann egal und ich habe es einfach ausprobiert. Es war neu für mich und so GUT. Tschüß, Selbstzweifel!

Wir sind viel mehr als nur Arbeiten & Wochenende. Es ist schön immer mal wieder zu spüren, was für Facetten noch in uns schlummern. Plötzlich werden auch Sehnsüchte aus dem Verborgenen wach – Unterdrücktes schafft sich Gehör.

Wir können uns neu mit uns auseinandersetzen und spüren, was uns gut tut, wo es Änderung bedarf und was unsere Ziele sind.

Das hat alles nicht mit viel Geld zu tun. Es hat mit Prioritäten setzen zu tun und mit dem Bewusstsein: Wir haben nur dieses eine Leben und diese eine Gesundheit. Wenn nicht jetzt, wann dann?

Es tut unserer Seele und unserem Körper unendlich gut, dieses Leben zu füllen und zu verdichten. Natürlich brauchen wir auch das Vertraute und Gewohnte – es schenkt und Schutz und Geborgenheit. Ein guter Mix von beidem ist, wie immer, ein guter Wegweiser.

lka Sterebogen ist selbständige Heilpraktikerin in Limburg an der Lahn. Sie hat sich auf die Themen Frauengesundheit und Kinderwunsch spezialisiert und betreut Frauen und Paare in ihrer Praxis vor Ort sowie online in ihrem virtuellen Praxisraum. Folgen Sie ihr auf ihrer inspirierenden Facebook Seite für Frauen.